Bauverein plant in Horstmar neues Stadtquartier mit 79 barrierefreien Wohnungen

rnWohnen und Dienstleistung

Der Bauverein will an der Preußenstraße ein neues Stadtquartier errichten und 79 barrierefreie Wohnungen bauen. Lob kam aus dem Ausschuss für Stadtentwicklung. Doch es gibt eine Hürde.

Horstmar

, 01.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Einer neuen Zukunft sieht das ehemaligen Gelände des Stahlhandels Coers in Lünen-Horstmar entgegen. Der Bauverein zu Lünen hat dort große Pläne und will 23 Millionen Euro investieren. Geschäftsführer Andreas Zaremba und Architekt Carsten Unterberg stellten am Mittwoch (27. Februar) in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt ihre Ideen vor.

Danach sollen 79 Wohnungen, teilweise auch öffentlich gefördert, errichtet werden. In den geförderten Wohnungen werde die Miete bei 5,35 Euro pro Quadratmeter plus Nebenkosten liegen. Zu dem Thema ist der Bauverein mit dem Ministerium im Gespräch.

Zeugnisse des Bergbaus erhalten

Alles wird neu, doch etwas bleibt. Das stadtbildprägende ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche Preußen I/II sei aufgrund von Feuchtigkeit und Schimmel zwar nicht zu retten, doch die alte Fassade und auch die Seilscheibe sollen als Zeugnisse des Bergbaus erhalten bleiben.

Die Fassade werde in ein neues Dienstleistungsgebäude integriert, das als kreisrunder Bau gestaltet ist. Dort können eine Apotheke, eine Tagespflege, eine Wohngemeinschaft für zwölf Personen, ein Pflegedienst und eine Arztpraxis einziehen. Weitere neun Wohnungen sind in dem Gebäude geplant.

Insgesamt seien 98 Stellplätze vorgesehen, bei Bedarf optional sechs weitere. Konkret heißt das: 75 Stellplätze (inklusive Garagen) für 70 Wohnungen und weitere 24 Stellplätze am Dienstleistungszentrum.

Grünanlage mit parkähnlichen Fußwegen

Die sieben Gebäude, in denen auch acht Eigentumswohnungen angeboten werden, umgibt eine Grünanlage mit Vogelschutzhecken und parkähnlichen Fußwegen. Hinter dem Dienstleistungsgebäude befindet sich eine Spielfläche für Kinder. Andreas Zaremba stellte noch ein mögliches Zusatzangebot vor: Die Einfahrt zum Dienstleistungsgebäude könnte auch eine gemeinsame Einfahrt zum jetzt schon geschotterten Parkplatz hinter der Aral-Tankstelle werden. Der Bauverein würde die Fläche asphaltieren und sie kostenfrei zur Verfügung stellen, so dass sie von der Stadt bewirtschaftet werden könne. Das wären 67 weitere Stellplätze. Aus Sicht von Andreas Zaremba habe sich Horstmar toll entwickelt, auch mit der neuen Mitte. „Durch den Parkplatz wäre das eine Fläche aus einem Guss.“

Aus den Fraktionen kamen positive Reaktionen, aber es gab auch Kritik. So monierte Prof. Johannes Hofnagel für die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Lünen“ (GFL) die Anzahl der Stellplätze. Sie sei zu gering. Andreas Zaremba erklärte, dass die Zahl nach einem Gespräch mit dem Ministerium reduziert worden sei. Bei öffentlich geförderten Wohnungen sei der Bedarf an Stellplätzen nicht so hoch, habe es geheißen. Weniger Stellplätze bedeuteten auch mehr Grün. Es gebe in Horstmar eine gute Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr, der Bauverein denke auch über Car-Sharing nach.

Bauverein will bei Bedarf Parkschilder aufstellen

Dr. Roland Giller (FDP) sprach sich gegen weitere Stellplätze und für mehr Grünfläche auch aus Gründen der Klimaregulierung aus. Er äußerte allerdings Bedenken, ob die Seeparkbesucher im Sommer nicht die Parkplätze blockieren würden. Carsten Unterberg teilte diese Sorge. Man würde bei Bedarf Schilder „Parkplatz reserviert“ aufstellen.

Eine Hürde für das Projekt gibt es allerdings: Es muss erst noch Baurecht geschaffen werden. Thomas Berger, Abteilungsleiter Stadtplanung, skizzierte den Zeitplan. Wenn alles gut laufe, könne im Dezember über den Satzungsbeschluss diskutiert werden.

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