Bebelstraße: Ausschuss stimmt gegen Vollsperrung

Nach Bürgerprotest

Der Bürger-Protest gegen die geplante siebenmonatige Vollsperrung der Bebelstraße aufgrund der Großbaustelle Nordtunnel hatte Erfolg: Der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung hat sich am Mittwochabend mehrheitlich für eine andere Lösung entschieden.

LÜNEN

, 15.02.2017, 21:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bebelstraße: Ausschuss stimmt gegen Vollsperrung

Die Bebelstraße, hier mit Blick in Fahrtrichtung Lünen-Süd, wird bald zur Großbaustelle.

Der Ausschuss sprach sich am Mittwochabend in der Diskussion über die Sperrung der Bebelstraße für eine Einbahnregelung in Richtung Süden vor. Eine Vollsperrung von sechs Wochen im Kreuzungsbereich Alsenstraße steht dennoch an.

Von Bauchschmerzen sprach Rüdiger Billeb (SPD), stellvertretender Ausschussvorsitzender, und davon, sich nicht an eine solche Entscheidung erinnern zu können. Immerhin gehe es bei dem Nordtunnel samt Kanal- und Straßenbauarbeiten um eines der größten Bauprojekte im letzten Jahrzehnt und die Interessen vieler Bürger.

Da das 10 Millionen Euro-Projekt schon Ende Februar startet und die Arbeiten vergeben sind, brachte die Verwaltung Sorgen vor Schadensersatzansprüchen oder gar dem Verlust von Fördergeldern vor. Risikoreich schätzt sie die von der Politik favorisierte Variante ein.

Diese Lösung mit der Einbahnregelung wird 100.000 Euro teurer. Die Bauzeit verlängert sich um zwei bis drei Monate. Dadurch können sich, so die Verwaltung, Baumaßnahmen gegenseitig behindern. Doch um den Anliegern gerecht zu werden, sei das der am ehesten vertretbare Kompromiss, erklärte Billeb. Dieser Sicht schlossen sich Bündnis 90/Die Grünen und die Wählergemeinschaft für Lünen (GFL) nicht an: Sie stimmten dagegen.

Planung des Umleitungsverkehrs überarbeitet

Zuvor hatte die Verwaltung dem Ausschuss eine überarbeitete Planung vorgestellt: Der Umleitungsverkehr sollte nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, komplett über die Alsenstraße fließen. Stattdessen sollten die Autos aus dem Norden (Bebelstraße) auf einer Einbahnstraße über die Lutherstraße Richtung Derner Straße geführt werden. Ein Durchfahrtsverbot sollte für LKW ab 7,5 Tonnen gelten, abgesehen vom Lieferverkehr.

Aus Richtung Süden (Preußenstraße) sollte die Umleitung als Einbahnstraße über die Alsenstraße bis zur Jägerstraße gelenkt werden, nicht aber für LKW über 7,5 Tonnen, abgesehen vom Lieferverkehr. In der Jägerstraße hätten Parkverbote angeordnet werden müssen. Diese Planung greift auch dann, wenn die Bebelstraße für sechs Wochen voll gesperrt wird.

Ampel würde Rückstaus und Wartezeiten verursachen

Den Vorschlag, eine Fahrspur auf der Bebelstraße wechselseitig mit Ampel zu versehen, hatte die Verwaltung ebenfalls geprüft. Aufgrund des enormen Rückstaus und Wartezeiten von sechs Minuten aber als „nicht machbar“ erachtet. Zumal, so Reinhard Scholz, Leiter der Straßenbauabteilung, 15 000 Fahrzeuge und 3 bis 5 Prozent Schwerlastverkehr dort abgewickelt werden müssten. Eine Zahl, die CDU-Ratsherr Jürgen Gefromm überraschte. Hieß es doch bei der Bürgerversammlung noch, man kenne das Verkehrsaufkommen nicht.

Von den Grünen kam der Appell, künftig bei solchen Projekten alle Beteiligten früher mit einzubeziehen, um ihre Belange berücksichtigen zu können.

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