Bekommt Lünen ein Forschungsinstitut?

Mehrere Optionen

Bisher gibt es in Lünen keine Hochschulen und Forschungsinstitute - anders, als in vielen anderen Städten im Ruhrgebiet. Der Wirtschaftsförderer will diese Problematik nun angehen und steht bereits in Verhandlung mit mehreren Partnern. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte das die Stadt in vielen Bereichen voranbringen.

LÜNEN

, 02.08.2017, 13:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bekommt Lünen ein Forschungsinstitut?

Bis nach Katar, zur Roboter-WM, brachte ihre Kreativität die „Schollibotics“. Das imponierte dem neuen Wirtschaftsförderer Eric Swehla, der nun drei Unternehmensgründungs-Stipendien für Schüler ausloben will.

Es laufen konkrete Verhandlungen und noch in diesem Jahr hofft der neue Lüner Wirtschaftsförderer Eric Swehla, dass es die Zusage eines Forschungsinstituts gibt, sich in der Lippestadt anzusiedeln.

„Ich bin zuversichtlich. Aber ich bin ohnehin ein optimistischer Mensch“ – mehr wollte Swehla am Montag im Rathaus nicht verraten. Auch nicht, zu welcher Branche seine Verhandlungspartner gehören. „Es ärgert mich, dass es im Ruhrgebiet viele Hochschulen und Institute gibt, aber in Lünen nicht. Das müssen wir ändern.“ Der neue NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) setze beispielsweise auf neue Max-Planck- und Helmholtz-Institute in ganz NRW.

Darum wäre so ein Institut wichtig: 

Das Motto für Swehla lautet „Start-up-City“, um Lünen „in vielen Bereichen voran zu bringen.“ Deshalb wäre die Ansiedlung eines Instituts oder einer Hochschule wichtig, wie es schon mehrmals versucht worden war. „Dadurch kämen Kongresse nach Lünen und junge Leute, die die Stadt weiter beleben.“

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Der Haken an der Sache sei, dass es in Lünen einen Gewerbeflächenmangel gebe, so Swehla. „Wir haben zwar 15 Hektar an Gewerbeflächen, aber nur fünf Hektar davon sind tatsächlich vermarktbar. Wenn wir viel Glück haben, reicht das gerade dazu, Unternehmen am Ort zu halten. Unser wesentliches Ziel ist es, Gewerbeflächen zu entwickeln.“

Das soll in Sachen Ausbildung passieren: 

Daneben hat Swehla Ideen in Sachen Ausbildung und Bekämpfung von Fachkräftemangel. So soll es spätestens Anfang 2018 ein Speed-Dating für alle geben, die noch oder wieder auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Und als Ergänzung zur alljährlichen „Nacht der Ausbildung“.

Geplant ist auch eine sogenannte MINT-Wissenswerkstatt, die nach erfolgreichem Vorbild aus Baden-Württemberg junge Menschen an handwerkliche und technische Berufe heranführt.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. „Von der Agentur für Arbeit bekommen wir schon einen hohen sechsstelligen Betrag dafür, suchen aber noch einen Partner für die restliche Finanzierung.“ Die Erfolge der Roboter-Arbeitsgemeinschaften der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die bei mehreren Roboter-Weltmeisterschaften ihr Talent unter Beweis stellten, imponieren Swehla und brachten ihn auf die Idee des „Lüntec Junior Companyclubs“.

Diese Stipendien sind im Gespräch: 

Hier sollen drei Unternehmensgründungs-Stipendien für Schülerfirmen ausgeschrieben werden. Drei Jahre lang bekommt jede der ausgewählten Schülerfirmen ein eigenes Büro mit kompletter Ausrüstung und einen Mentor zur Seite gestellt. Die Mentoren kommen alle aus der Wirtschaftsförderung beziehungsweise dem Lüntec in Brambauer. Gedacht sind die Stipendien für Schüler ab der Sekundarstufe I.

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