Beliebte Eisdielen: Stadt droht bei Abstandsverstößen mit Bußgeld

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Das Wetter ist gut, die ersten Lockerungen der Corona-Bestimmungen sind da - doch nach wie vor gelten Abstandsregeln. Gerade bei Eisdielen ist das ein Problem, vor allem an einem „Hotspot“.

Lünen

, 21.04.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange Warteschlangen an den Eisdielen sind derzeit keine Seltenheit - das frühlingshafte Wetter lädt geradezu ein, sich mit einer (oder mehreren) Kugel Eis auf die Bank oder an den Kanal zu setzen.

Da spricht auch grundsätzlich nichts gegen - allerdings müssen die Leckermäuler dabei nach wie vor die strikten Abstandsregeln beachten, die trotz der Lockerung der allgemeinen Corona-Bestimmungen nach wie vor gültig sind.

Das Ordnungsamt hat dabei einen besonderen „Hotspot“ ausgemacht, der aufgrund seiner Geografie Probleme bringt: „Bei dem schönen Wetter sind viele Menschen am Preußenhafen unterwegs“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Der Kiosk dort darf regulär öffnen und natürlich auch Eis verkaufen. „Aber es ist nicht erlaubt, dieses Eis dann im Umkreis von 50 Metern zu verzehren.“

Ansteckungsgefahr ist nach wie vor hoch

Der Grund ist offensichtlich: Würden die Kunden das Eis vor Ort essen, käme es mit den zahlreichen wartenden Kunden zu Menschenansammlungen, die das Ansteckungsrisiko signifkant erhöhen. Das gilt am Preußenhafen übrigens genauso wie in der Innenstadt, das gilt für Eisdielen genauso wie für Pommesbuden.

Beliebtes Ausflugsziel bei schönem Wetter: Der Preußenhafen in Lünen.

Beliebtes Ausflugsziel bei schönem Wetter: Der Preußenhafen in Lünen. © Goldstein

Das Problem in diesem Fall: „Durch den Kanal gibt es hier eine Art natürliche Barriere“, erklärt Spangardt. „Die Leute haben also nicht allzu viel Platz, um auszuweichen.“ Alternativ müsste man deutlich mehr als die mindestens verlangten 50 Meter gehen, um genügend Abstand zwischen sich und die wartenden Kunden zu bringen - was bei der wachsenden Zahl der Eisliebhaber im Preußenhafen zusätzliche Schwierigkeiten bringt.

Dennoch: „Das Ganze liegt klar in der Verantwortung der Kunden“, so der Stadtsprecher. Der Gastronom muss also nicht dafür sorgen, dass die Abstandsregeln vor seinem Laden eingehalten werden - folglich spricht das Ordnungsamt die Kunden an. „Bisher haben wir es auch bei solchen Ansprachen belassen.“ Sollten sich die Menschen - ob am Preußenhafen oder anderswo - in dieser Sache weiter uneinsichtig zeigen, droht die Stadt mit Bußgeldverfahren. „Die Sache ist klar geregelt - ein derartiger Verstoß würde 200 Euro kosten“, so Spangardt.

Keine Probleme im Seepark

Das wäre dann ein ziemlich teures Eis. Doch die Verwaltung ist optimistisch, dass die Lüner sich auf die Situation einstellen können. Schließlich haben sie das in der jüngeren Vergangenheit mehrmals bewiesen - und auch am Wochenende wieder: „Der Seepark war beispielsweise gut besucht, aber es gab dort keine nennenswerten Probleme“, berichtet der Stadtsprecher weiter. Auch an anderen Stellen in der Stadt sei es unauffällig geblieben - mit Ausnahme eben vom Preußenhafen, worauf das Ordnungsamt nun ein besonderes Augenmerk hat.

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