Zu viel Blei im Grünkohl: Kleingärtner sollten weiter auf den Verzehr verzichten

Ernährung

Die Untersuchung von Nahrungspflanzen in Lüner Kleingärten durch die Bezirksregierung Arnsberg im vergangenen Jahr ergab eine fortbestehehnde Schadstoffbelastung.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 23.04.2019, 16:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zu viel Blei im Grünkohl: Kleingärtner sollten weiter auf den Verzehr verzichten

Vom Anbau und Verzehr von Grünkohl wird den Kleingärtnern abgeraten. © Peter Fiedler (A)

Es sind Blei und Arsen, mit denen Grünkohl, der im Umfeld der Industriebetriebe zwischen Kupferstraße und Datteln-Hamm-Kanal angebaut wird, nach wie vor belastet ist. Das ergab die Schadstoffuntersuchung der Bezirksregierung Arnsberg für 2018.

Bereits seit 2009 werden Nahrungsmittel aus diesem Bereich auf Schadstoffe wie Cadium, Chrom, Kupfer, Zink, Nickel und eben auch Blei und Arsen untersucht.

Da die Belastung bei Kopfsalat und Endivie bereits in den vergangenen Jahren unkritische Größenordnungen erreicht haben, wurde 2018 nur noch Grünkohl untersucht. Dieses Gemüse reichert im Vergleich zu anderen Gemüsepflanzen vor allem Schwermetalle besonders stark an.

Belastung kommt über die Luft

Auch für die vorliegende Untersuchung wurden Grünkohlpflanzen an fünf Messpunkten sowohl in Gartenbeeten als auch in Containern mit Einheitserde ausgehoben und auf ihre Gehalte an Schwermetallen analysiert. Während die Schwermetallgehalte der im Gartenboden untersuchten Pflanzen Auskunft über alle Anreicherungspfade (Wurzelaufnahme, Luft, Spritz­wasser) geben, spiegeln die in Containern mit Einheitserde untersuchten Pflanzen, aus­schließ­lich die über die Luft aufgenommene Schwer­metall­belastung wider.

„Im Ergebnis ist festzuhalten“ heißt es aus Arnsberg, „dass die im Grünkohl ermittelten Gehalte an Cadmium, Chrom, Kupfer und Zink auch diesmal gesundheitlich unbedenklich sind.“ Die Belastung des Grünkohls durch Nickel liege auf dem Niveau des Vorjahres. Für Arsen liege der Wert allerdings oberhalb der in NRW üblichen Belastung. Und auch die Belastung des Grünkohls durch Blei überschreitet in diesem Jahr „den EU-Höchstgehalt für Markt­gemüse an einem Messpunkt geringfügig“, sodass die Empfehlung, auf den Verzehr von Grünkohl zu verzichten, vorsorglich weiterhin“ aufrecht erhalten wird.

Schon 250 Gramm sind bedenklich

Für die gesundheitliche Bewer­tung wird von einer Verzehrmenge von Grünkohl von 250 Gramm pro Tag ausgegangen. Dabei werden geltende EU-Verordnungen und Kenn­größen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicher­heit (EFSA) herangezogen.

Die Untersuchungen in Lüner Gärten werden auch in diesem Jahr fortgeführt.

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