Die Stadt Lünen bekommt vom Land keine Luftfilter finanziert. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Bezirksregierung lehnt Luftfilter für Schulen in Lünen ab

Die Schulen in Lünen bekommen vom Land NRW vorerst keine Luftfilter finanziert. Die Stadt stellte einen Förderantrag. Die Bezirksregierung spricht von widersprüchlichen Angaben.

Die Schülerinnen und Schüler in Lünen sollen im Winter nicht frieren. Weil die Klassenräume aber auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig gelüftet werden müssen, prüfte die Stadtverwaltung den Einsatz mobiler Luftfilter, um die Lüftungsintervalle zu verlängern. Die Stadt Lünen stellte daraufhin einen Antrag auf Kostenübernahme für die Klassenräume, die durch das Lüften besonders großem Lärm ausgesetzt sind. Der Förderantrag wurde am Dienstag (23.11.) von der Bezirksregierung Arnsberg abgelehnt, wie die Stadtverwaltung einen Tag später im Ausschuss für Bildung und Sport berichtete.

68 Klassenräume in Lüner Schulen sollten durch den Antrag mit einem mobilen Luftfilter ausgestattet werden. Über das „Lüftungsprogramm für Kindertageseinrichtungen und Schulen“ des Landes hoffte die Stadtverwaltung auf Übernahme der Kosten für die Beschaffung der Geräte.

Klassenräume nicht förderfähig

„Förderfähig sind ausschließlich Geräte oder Maßnahmen in Räumen der so genannten Kategorie 2“, heißt es in den Hinweisen zum Antrag. Darunter fallen Räume „mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, die keine raumlufttechnische Anlage besitzen oder in denen die Fenster nur kippbar sind oder es nur Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt gibt.“

Die Stadtverwaltung begründete in einem Anschreiben vom 18. November an die Bezirksregierung, dass es sich bei den betroffenen Klassenzimmern um Räume handelt, „die besonders von Straßen- und Baulärm belastet“ seien – und ein regelmäßiges Lüften sei somit nicht möglich. Allerdings gab die Stadt in dem Antrag außerdem an, dass es sich bei den betroffenen Klassenzimmern um Räume der Kategorie 2 handelt – obwohl es Fenster sind, die sich öffnen lassen.

Diese Argumentation und die dafür eingereichten Unterlagen überzeugten die Bezirksregierung offenbar nicht. Sie stuft die Klassenräume nicht in die Kategorie 2 ein – und sieht in dem Antrag einen Widerspruch: „Würden die Unterrichtsräume die Vorgaben der Kategorie 2 erfüllen, wäre ein Hinweis auf Belästigung durch Bau- und Straßenlärm obsolet.“ Denn: „Diese Gegebenheit würde eine Förderung […] nicht rechtfertigen, da die Förderrichtlinie auf die bauliche Situation abstellt und nicht auf mögliche sonstige Belastungen wie Lärm etc.“

Lüften auch mit Luftreiniger nötig

Die Bezirksregierung weist zwar darauf hin, dass eine weitere Antragsbearbeitung möglich sei, sobald der Widerspruch ausgeräumt ist. Das kommt allerdings einer Ablehnung gleich, da die Räume, für die eine Förderung beantragt wurde, nicht förderfähig sind – weil sich die vorhandenen Fenster vollständig öffnen lassen.

Bei den beantragten Geräten handelt es sich um ein „ventilatorgesteuertes Umluftsystem mit Filterung ohne Außenluftanteil und ungerichteter Luftführung“. Heißt: Weil keine Frischluft von außen kommt, müsste auch weiterhin regelmäßig gelüftet werden.

Die Stadtverwaltung setzt deshalb in ihren Planungen auf Raumlufttechnische Anlagen (RLT) bei Neubauten. Weil die mit Außenluft arbeiten, ist ein Öffnen der Fenster nicht mehr nötig.

Gemeinsamer Antrag der Parteien?

Einige Mitglieder des Bildungsausschusses setzen sich dennoch weiter für eine kurzfristige Ausstattung mit mobilen Luftreinigern ein. Von Seiten der GFL kam der Vorschlag eines gemeinsamen Antrages, der entsprechende Planungen des kommenden Haushaltes vorsieht. 306.000 Euro hat die Stadt für die Anschaffung der Geräte veranschlagt, 4500 Euro pro Raum.

SPD-Vertreter Hugo Becker zweifelte in der Sitzung jedoch die Sinnhaftigkeit der Investition an: „Die Schulen müssen trotzdem weiter lüften. Es bleibt kalt.“

Dem wurde entgegnet, dass durch die längeren Lüftungsintervalle eine höhere Temperatur in den Räumen gehalten werden kann.

Eine Lösung ist aber bereits in Sicht: In der ersten Dezemberwoche werden die Schulen mit insgesamt 400 CO2-Ampeln ausgestattet, die beim rechtzeitigen Lüften unterstützen sollen.

Über den Autor
Redakteur
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich

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