Beifall, Glückwünsche und Blumen: Die SPD feiert Michael Thews in Hamm nach seinem Wahlsieg. © Quiring-Lategahn
Bundestagswahl 2021

Blumen und Beifall: Thews holt zum dritten Mal den Wahlkreis Hamm-Unna II

Zum dritten Mal hintereinander hat SPD-Bundestagskandidat Michael Thews den Wahlkreis Hamm-Unna II direkt gewonnen. Sein persönliches Ergebnis ist besser als das Im Bund.

Michael Thews hatte sich Zeit gelassen, bevor er den Weg ins Kurhaus Hamm fand. Dort wurde er mit Blumen und Beifall begrüßt. Glückwünsche gab es auch von seinem Herausforderer Arnd Hilwig (CDU), der das Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl nicht erreichen konnte.

Dass Thews ein so eindeutiges Ergebnis im Wahlkreis einfahren konnte, führt er auf mehrere Dinge zurück. Nicht zuletzt auf den gewollten Aufbruch: „Es geht jetzt nicht darum, auszusteigen, sondern einzusteigen“, sagt er und meint damit Wasserstofftechnologie. Eine Umbruch brauche es in der Frage der sozialen Gerechtigkeit, auch beim Thema Mieten. Der in Lünen wohnende Thews konnte hier 44,57 Prozent einfahren, Arnd Hilwig kam auf 20,99 Prozent. In Werne war der Abstand zu Hilwig deutlich kleiner: Thews bekam 35,18 Prozent der Stimmen, Hilwig 31,52. In Selm erreichte Thews 39,19 Prozent, Hilwig kam auf 27,24 Prozent.

Mit Blick auf einen möglichen Koalitionspartner wünscht sich Thews die Grünen. Doch wie sich die Koalitionen zusammenfinden, werde sich zeigen. Thews jedenfalls wolle sich einbringen in die Thema Klima- und Umweltschutz sowie Kreislaufwirtschaft. „Aber heute werde ich erstmal feiern“, sagte ein strahlender Sieger.

CDU-Mann Arnd Hilwig war kurz vor Thews ins Hammer Kurhaus gekommen. Er gibt sich als fairer Verlierer. Das Wahlergebnis auf Bundesebene sei ein herber Einschnitt, das man sehr genau analysieren müsse. Gegen den Bundestrend sei kein Kraut gewachsen. Das spiegele sich auch vor Ort wider. Dabei hat Hilwig im Wahlkreis 26,52 Prozent geholt. Bei den Zweitstimmen, den Stimmen für die Partei, kam die CDU auf 24,17 Prozent. Nur für einen kurzen Moment hatte er Grund zum Jubeln, als nämlich die ersten Ergebnisse der Börder Dörfer eingeblendet wurden. Dort gewann die CDU 40 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis änderte sich schnell.

Kandidat der Grünen: Hätte gerne mehr Prozent gesehen

Martin Kesztyüs, der bei der vergangenen Bundestagswahl noch für die Piraten angetreten war und diesmal für die Grünen kandidierte, sieht das Wahlergebnis auf Bundesebene als „Riesenerfolg“. Auch wenn er gerne noch ein paar Prozent mehr gesehen hätte. Auf jeden Fall würden die Grünen an der Regierung beteiligt. Kesztyüs kam im Wahlkreis auf 10,15 Prozent der Stimmen, das ist etwas schlechter als das Ergebnis der Zweitstimmen mit 11,44 Prozent. Die Koalitionsfrage hänge für Kesztyüs davon ab, wie andere Parteien beim Klimaschutz mitmachten. „Wir haben einen Auftrag“, sagt er.

FDP-Kandidat: Rolle des Außenseiters

Lucas Slunjski, der für die FDP im Wahlkreis antrat, hat sich in der Rolle des Außenseiters gesehen. Ein Direktmandat holen zu wollen sei unrealistisch. Dennoch sei er mit dem Ergebnis von 7,22 Prozent super zufrieden. Bei den Zweitstimmen kam Slunjski auf 10,1 Prozent. Auf der Insel Langeoog verfolgte die Werner Kandidatin der Linken, Rebekka Kämpfe das Ergebnis im Wahlkreis Hamm-Unna II. Sie erreichte 3,78 Prozent der Erstimmen und 3,41 Prozent an Zweitstimmen. Das geschehen in der Heimat hatte sie vom hohen Norden aus im Blick.

Robert Hennig (AfD) zeigt sich „sehr zufrieden“ mit seinem erzielten Ergebnis. Der Kandidat aus Hamm holte 9,36 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Unna II/Hamm sowie 9,30 Prozent der Zweitstimmen. „Damit liegen wir über den Trend in NRW. Das werte ich positiv“, so Hennig. In NRW holt die AfD 7,9 Prozent.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn