Bombenverdacht neben der B 54: Vierspuriger Ausbau soll 2020 beginnen

rnEin Blindgänger schon entdeckt

Rotmarkierte Pflöcke an der B 54 fallen auf. Sie stecken einen Bereich ab, in dem Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Einen Blindgänger gibt es definitiv: unter der B 236.

Lünen

, 07.03.2019, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Staugeplagte Autofahrer auf der B 54 kommen momentan an Pflöcken auf dem Feld zwischen Kanalbrücke und Kleingartenanlage Buchenberg vorbei. Sie könnten als Signal für den angekündigten Ausbau der Bundesstraße gedeutet werden. Im weitesten Sinne sind sie das auch: Die Pflöcke markieren Stellen, an denen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Spezialisten werden in nächster Zeit den Boden sondieren. Sollten sie auf Kriegsrelikte stoßen, müssen diese erst ausgegraben und entschärft werden. .

Bombe direkt unter der B 236

Bei einer Bombe gibt es bereits Gewissheit. „Sie liegt direkt unter der B 236 im Bereich der Mittelleitplanke“, berichtet Sebastian Felgenhauer, Projektleiter Bau bei Straßen NRW . Genauer gesagt befindet sie sich südlich der T-Kreuzung B 236/B 54.

Diese Kreuzung muss komplett umgebaut werden für den vierspurigen Ausbau der B 54. Der beginnt an der Einmündung B 236 und soll 2,73 Kilometer bis zur Bahnbrücke in Höhe Kupferstraße führen. „Wir gehen an der Kreuzung 200 Meter in die B 236 hinein“, erklärt Sebastian Felgenhauer. Vorher muss die Bombe weg.

Zwei Jahre Einschränkungen für den Verkehr

Mit dem eigentlichen Baubeginn rechnet der Projektleiter erst 2020. Zurzeit beschäftige man sich bei Straßen NRW mit der Ausführungsplanung der vier Spuren. . Danach beginnen die Ausschreibungen. „Da steckt viel Arbeit drin.“ Denn es geht nicht nur um den reinen Ausbau, sondern auch um die Verkehrsführung während der Großbaustelle. Zwei Jahre lang werden die Autofahrer auf der wichtigen Pendlerstrecke zwischen Dortmund Lünen mit Einschränkungen zurechtkommen müssen.

Bauauftakt mit Regenrückhaltebecken

Noch für dieses Jahr kündigte Sebastian Felgenhauer den Bau eines Regenrückhaltebeckens direkt gegenüber der T-Kreuzung B 236/ B 54 auf der Ackerfläche an. Das ist quasi der Auftakt des Projektes, das bereits seit Ende der 1990er Jahre im Gespräch ist. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen.

Im April 2015 hatte Straßen NRW schließlich das Planfeststellungsverfahren beantragt. Es konnte im Oktober 2018 abgeschlossen werden. Seit Januar 2019 ist das Bauvorhaben bestandskräftig. Zu diesem Zeitpunkt ging Anne Höckber, Projektleiterin Planung bei Straßen NRW, von einem Baubeginn im dritten Quartal 2019 aus. Allerdings teilte sie nicht mit, ob damit der Bau des Regenrückhaltebeckens oder der tatsächliche Straßenausbau gemeint war.

Für die Lüner ist der Ausbau längst überfällig. Viele Pendler und Gewerbetreibende nutzen die Verkehrsachse auch als Zufahrtsstraße zur A 2 . Und es werden noch mehr: Nach einer Verkehrsuntersuchung von 2017 steigt die Verkehrsbelastung bis 2030 auf 34.500 Fahrzeuge täglich.

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