Bora Bora Bo, Bora Bora Bora Bora Bo

CHARLYS WELT Nicht, dass wir No Angels wären, also Engel sind wir nicht, wenn wir mit unserem tonzerquälten Gesang auf den Ohren unserer Mitmenschen herumtrampeln, wie eine besoffene Büffelherde auf der Pampas. Wer mit dem Gekrächze einer sich im Stadium der Notschlachtung befindlichen Krähe zur Nervensäge mutiert, gehört standrechtlich geknebelt. Das stellt unser Charly in seiner heutigen Kolumne fest.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 28.05.2008, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die "No Angels" beim Grand-Prix.

Die "No Angels" beim Grand-Prix.

Ist der Knebel dann gelöst (die müssen ja mal essen), könnten sie ja als schräg singende Vogelscheuche der Gesellschaft von Nutzen sein. Ein von morgens bis abends, in Büro, Badewanne und Blumenbeet geträllertes Dideldadeldu-Dadeldudeldei gehört als Delikt in die Strafprozessordnung aufgenommen.

Es gibt Lieder, die werden so gefoltert, dass das arme kleine „i“ seinen Platz vor dem „e“ räumt und sich angstschlotternd hinter dem selben versteckt. Schon haben wir es: Aus Lied wird Leid. Auch kompensieren diese Tenöre der Impertinenz ihre fehlende Textkenntnis gerne mit psychopathischen Anfällen von Wiederholungen. Bora Bora Bo, Bora Bora Bora Bora Bo.

Die Dauer-Attacken, mit denen einige Zeitgenossen an inspirierten Tagen unablässig alten Hit-Quark und neue Quark-Hits in unsere Ohren knattern, könnten Charly eines Tages den Arbeitsalltag eines Richters aus nächster Nähe erleben lassen: „Angeklagter, was hat Sie veranlasst, den armen Dingsbums von Krächz-Caruso mit einem Notenständer für immer zum Schweigen zu bringen?„Er hat versucht, zu singen, Euer Ehren. „Wann?“ „Immer.“ „Freispruch.“ Darauf ein Lied, zwei, drei. . . Dideldadeldu-Dadeldudeldei.

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