Lünerin erhält nur einen Stimmzettel zur Stichwahl: „Darf nicht passieren“

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Auch zur Stichwahl ist die Briefwahl möglich. Das Ehepaar Bellwon hatte sich dafür entschieden - doch Ingrid Bellwon bekam keinen Stimmzettel zur Bürgermeisterwahl. Ein Unding, findet ihr Mann.

Lünen

, 22.09.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten von Corona ist die Briefwahl besonders beliebt. Auch Klaus Bellwon und seine Frau Ingrid wählen auf dem Postweg. Kein Anstehen vor dem Wahllokal, kein Stress am Wahltag - so sollte es idealerweise laufen. Doch Klaus Bellwon ist wütend und wirft der Stadt Wahlbetrug vor: Während er die kompletten Briefwahlunterlagen am Samstag zugestellt bekam, war im Umschlag seiner Frau nur der Stimmzettel für die Landratswahl. Es fehlte der für die Wahl zum Bürgermeister.

„Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren - angenommen, wir sind kein Einzelfall. Dann wird den Leuten, denen der Stimmzettel fehlt, das Recht genommen, zu wählen und das Wahlergebnis wird verzerrt“, findet Bellwon. „Wenn ich als Elektriker mal ein Kabel vertauscht hätte, dann hätte das schlimme Folgen gehabt. Ähnlich sieht es mit den Stimmzetteln aus. Ich fühle mich von der Stadt ins Hintertreffen gebracht“, fügt er hinzu.

Am Samstag lagen die unvollständigen Unterlagen im Briefkasten der Bellwons. Als Ingrid Bellwon Montagmorgen bei der Stadt anrief, wurde der fehlende Zettel sofort durch einen Boten nachgeliefert. Bei vergangenen Briefwahlen hatten die Bellwons immer die kompletten Unterlagen erhalten.

Stadt Lünen: „Fehler sind menschlich“

„Wo Menschen arbeiten, können Fehler passieren: Mehr als 24.000 Stimmzettel (Landrats- und Bürgermeisterwahl) und 12.000 Wahlscheine wurden im Lükaz von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung am letzten Donnerstag und am Freitag bis spät in den Abend von Hand verpackt und versandt, damit alle Wählerinnen und Wähler schnell Ihre Unterlagen erhalten“, äußert sich Stadtpressesprecher Alexander Dziedeck zu dem Fall.

„Bei aller Sorgfalt ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass es dabei zu einem Fehler kommen kann“, fügt er hinzu. Demzufolge ist nicht davon auszugehen, dass massenweise Wahlzettel fehlen.

Rekordzahl an Briefwahlanträgen

Die Briefwahl ist weiterhin beliebt: Die Stadt rechnet damit, dass die Zahl der Briefwähler weiter ansteigen wird. Bis Montagnachmittag wurden 13.306 Wahlscheine für die Stichwahl ausgestellt - 12.523 waren es für die Kommunalwahl am 13. September. Die bis dahin höchste Zahl an Briefwählern gab es bei der Bundestagswahl 2017 mit 11.308 Briefwählern.

Briefwahlunterlagen können noch bis 12 Uhr am Donnerstag, 24. September, beantragt werden. Zudem ist es bis zum Freitag (25. September) um 18 Uhr, möglich, vor Ort im Lükaz zu wählen. Wer seine Unterlagen am Wochenende noch zu Hause hat, kann die Briefwahlunterlagen bis Sonntag, 16 Uhr, im Briefkasten am Rathaus auf der Marktplatzseite einwerfen.

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