Bröckelnder Putz am Stein-Gymnasium: Reparatur lässt auf sich warten

rnDenkmalschutz

Seit anderthalb Jahren ist die Fassade des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums nur provisorisch gesichert. Zuvor waren Steine davon heruntergefallen. Eine Prüfung dauert an.

Lünen

, 27.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anderthalb Jahre ist es etwa her, als eines Morgens Stücke der Fassade vor dem Eingang des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums (FSG) auf dem Boden lagen. Der Schrecken war groß. Was, wenn einer der Lehrer oder Schüler einen der Brocken auf den Kopf bekommen hätte? Als vor Kurzem Oberstufenschüler im Vorfeld der Kommunalwahl die Gelegenheit bekamen, den vier Bürgermeistermeisterkandidaten Fragen zu stellen, formulierte einer von ihnen: „Ich muss in eine Schule gehen, bei der ich jeden Morgen Angst haben muss, dass mir beim Reingehen Steine auf den Kopf fallen. Was haben Sie vor dagegen zu tun?“

Gebäude unter Denkmalschutz

90 Jahre alt ist das Gebäude, in dem das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium untergebracht ist. Dementsprechende kleine Altersschwächen weist es auf. „Das ist ja normal, dass man in dem Alter was hat“, sagt Schulleiter Heinrich Kröger halb im Scherz. „Aber dass das alles so lange dauert, das ist nicht schön.“

Die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL), die für die Instandhaltung der Schulen zuständig ist, brachte im Nachgang der herabgefallenen Fassadenteile umgehend ein Netz oberhalb des Eingangs an, um Schüler und Lehrer. Fachleute begutachteten die gesamte Fassade und entfernten einzelne Brocken, um die Gefahr zu bannen.

Vor etwa einem Jahr sei dann noch einmal jemand von der ZGL vor Ort gewesen, berichtet Kröger. Seitdem sei aber nichts mehr passiert.

Keine Gefahr

„Gefährlich ist das nicht“, sagt der Schulleiter, „auch wenn die Schüler manchmal so tun. Eigentlich wissen die das auch ganz genau. Aber auf Dauer ist diese Situation natürlich unschön.“ Außerdem mache er sich Sorgen, dass längerfristig Schäden an dem alten Gemäuer entstehen könnten, vor allem in Hinblick auf den nahen Winter. „Meine Sorgen drehen sich nicht um eine drohende Gefahr, sondern um den Erhalt der schönen Fassade und um mögliche Folgekosten.“

„Dass ‚nichts mehr geschehen’ ist, stimmt nicht“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. „Die Prüfung der Fassade läuft. ZGL lässt allerdings nicht nur die besagte Stelle über dem Eingang überprüfen, sondern die Fassade des gesamten Altbaus, da wir ein Gesamtsanierungskonzept anstreben.“ Der Auftrag für die Prüfung und Konzeptentwicklung wurde an ein externes Planungsbüro übergeben. „Es gibt dabei durchaus Hürden“, so Spangardt, „so ist beispielsweise die genaue Abstimmung mit dem Denkmalschutz bei dem Gebäude unerlässlich. ZGL würde gerne im Laufe des nächsten Jahres mit der Sanierung beginnen.“

Auch er stellt noch einmal eindeutig klar: „Von der Fassade geht kein Gefahr aus.“

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