Tee mit Kügelchen

Bubble Tea: Der trendige Tee feiert auch in Lünen sein Comeback

Der Bubble Tea, das quietschbunte Kultgetränk der frühen Zehnerjahre, feiert sein Comeback. Zum Rainbow-Tea in Lünen zieht es Teenager aus der gesamten Region.

Rot, Gelb, Grün, Blau – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das trendige Kultgetränk mit Ursprung in Taiwan, der Bubble Tea, kommt auch in Lünen super an. Im März öffnete Than Van Trong (Jahrgang 1978) den Laden Rainbow-Tea an der Engelstraße 1. Seitdem stehen sich dort viele Teenager regelmäßig die Beine in den Bauch.

„In den Ferien waren die Schlangen besonders lang. Aber länger als zehn Minuten musste eigentlich nie jemand warten“, sagt Patrizia John. Die 33-Jährige steht hinter dem Tresen, mixt die quietschbunten Tees und berät ihre Kundinnen und Kunden. Das Geschmackserlebnis kostet maximal 4,50 Euro.

Die Auswahl ist riesig: Milchgetränke, Joghurtgetränke, Fruchttee-Getränke, Fruchtmilchgetränke oder Shakes mit Vanille- oder Schokogeschmack können als Basis ausgesucht werden. Je nach Wunsch können diese dann mit den Bubbles aufgepeppt werden. Dabei handelt es sich um gummiartige Kügelchen aus Tapioka-Stärke, die in verschiedenen Geschmacksrichtungen gefüllt sind. Wenn sie im Mund zerplatzen, sogen sie für eine Extra-Geschmacksnote.

Studie schädigte Ruf des Trend-Getränks

Wegen einer Studie der Technischen Hochschule Aachen geriet der trendige Tee 2012 vorerst in Verruf, Chemikalien und gesundheitsschädliche Stoffe zu enthalten. Die Richtigstellung schlug allerdings nicht so hohe mediale Wellen – der Ruf vom Bubble Tea erlitt großen Schaden. Wie steht Patrizia John zu dem Vorwurf? „Schädliche Inhaltsstoffe? Das ist vollkommener Schwachsinn. Der Tee wird frisch gekocht und die Bubbles sind rein pflanzlich.“

Das Geschmacksvergnügen bleibt Veganern also auch nicht verwehrt. Besonders hoch im Kurs ist der neue „Galaxy-Tee“ mit Blue-Curaçao-Sirup, natürlich alkoholfrei wie alle anderen Getränke auch, berichtet Patrizia John.

Hype um Animes: Grund für das Comeback des Bubble Teas?

Das Comeback des trendigen Tees erklärt sich John mit dem Hype um Animes, japanische Zeichentrickserien, in denen das Getränk taiwanesischen Ursprungs öfter vorkommt. „Jeder zweite Kunde erzählt von dieser Verbindung.“ Im Schnitt sind die Kunden zwischen 11 und 28 Jahren alt, schätzt die Verkäuferin. Wegen der Gefahr, die Kugeln versehentlich zu verschlucken, werden an Kinder unter sechs Jahren keine Tees mit Bubbles verkauft.

„Die Kugeln sind das Beste daran, wenn sie im Mund platzen“, sind sich Melina und Maja aus Lünen einig. Die jungen Lünerinnen favorisieren die Geschmacksrichtungen Pfirsich und Apfel. Für den Tee mit den Kügelchen kommt eine junge Kundin sogar aus Werne nach Lünen. „Nicht selten kommen Kunden aus der umliegenden Region“, sagt Patrizia John. Nicht nur aus Werne, sondern auch aus Unna, Hamm, Bergkamen oder Dortmund. Und so wie es aussieht, reißt der Trend noch lange nicht ab.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken