Bürgerhaus Horstmar bis Mitte Januar geschlossen: Stadt hat Sirene auf Dach montiert

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Das Bürgerhaus Horstmar bleibt bis zur dritten Januarwoche geschlossen. Im Zuge der Sanierungsarbeiten muss die Elektrik neu geschaltet werden. Auf dem Dach steht inzwischen eine Sirene.

Horstmar

, 29.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eingerüstet ist das Bürgerhaus Horstmar an der Lanstroper Straße. Der Grund sind Renovierungsarbeiten mit Schwerpunkt Brandschutz. 650.000 Euro gibt die Stadt für die Maßnahmen aus, wie Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mitteilt. Inzwischen zählt das Bürgerhaus auch zu einem der Sirenen-Standorte der Stadt: Auf dem Dach wurde eine Warnanlage für den Katastrophenfall montiert.

Es tut sich einiges an dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude. „Ausgangspunkt ist der Brandschutz mit Fluchträumen und elektrischen Leitungen für Brandmeldeanlagen“, bestätigt Martin Püschel, Vorsitzender des Trägervereins. In dem Zuge werde auch das Dach neu gedeckt und gedämmt. Ein neuer Anstrich soll das Haus auch von außen schöner machen.

Elektrik wird neu geschaltet

Bislang konnten sich Vereine und Gruppen dort immer noch treffen, auch der Saal konnte genutzt und das Jugendcafé im Seitentrakt geöffnet bleiben. Nur im oberen Bereich waren keine Veranstaltungen möglich. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern: Bis zur 3. Januarwoche bleibt das Bürgerhaus komplett geschlossen. In der Zeit wird die Hauptelektrik umgeschlossen. „Wir machen das schweren Herzens, aber im Sinne der Sache“, sagt Püschel.

Der Trägerverein sei zu den Baubesprechungen eingeladen, um auf dem aktuellen Stand zu sein und reagieren zu können. „Ich gehe davon aus, dass wir ab der 3. Januarwoche das Haus wieder nutzen können mit der Einschränkung im Dachbereich.“

Eine Sirene ist jetzt auf dem Dach des Bürgerhauses Horstmar.

Eine Sirene ist jetzt auf dem Dach des Bürgerhauses Horstmar. © Goldstein

Nach der Sanierung gibt es im Bürgerhaus mehr Platz. Denn durch die Brandschutzmängel konnte das Gebäude bisher nicht in vollem Umfang genutzt werden. Püschel spricht von weggefallenen Zwischenwänden. Dadurch entstehen größere Räume. „Wir bekommen mehr Flexibilität im Raumangebot.

Das Bürgerhaus habe sich als Treffpunkt etabliert, wohl auch, weil durch das Kneipensterben immer mehr Orte für Vereine und Gruppen weggefallen sind. „Von Montag bis Freitag ist das Haus gut ausgelastet, am Wochenende gibt es die Möglichkeit, Räume für Feiern zu mieten“, so Püschel. Mit den Einnahmen werde die Jugendarbeit refinanziert.

Bürgerhaus war mal ein Casino

Das Bürgerhaus Horstmar blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1908 wurde es von Harpen als Casino für das Personal der Zeche Preußen II gebaut. Es war später vorübergehend Gemeindehaus der evangelischen Kriche und von 1952 bis 1962 Wohnnaus für Bergbaulehrlinge. Nach der Schließung wohnten dort im Bergbau tätige Gastarbeiter, bis nach längerem Leerstand 1985 die Stadt Lünen das Haus von Harpen kaufte.

Seitdem ist es Begegnungsstätte mit Jugendcafé im Stadtteil. „Wir sind auf Ehrenamtliche angewiesen“, sagt Püschel. Im November haben sich die Siedler Lüserbach und Preußen 60 an Laubaktionen beteiligt.

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