Das Archivbild zeigt das Caterpillar-Gelände aus der Vogelperspektive. Es umfasst 250.000 Quadratmeter und an die 18 Hallen. © Neubauer (A)
Zusätzliche Aufträge

Caterpillar in Lünen: Alle Beschäftigten sollen länger bleiben

Von außen betrachtet, hat sich Caterpillar total verzettelt: Erst konnten Mitarbeiter nicht schnell genug entlassen werden, jetzt wird jede verbliebene Fachkraft benötigt.

Was ist nur los bei Caterpillar in Lünen? Nur wenige Wochen, nachdem die für dieses Jahr geplante Werkschließung von der Geschäftsführung um ein ganzes Jahr auf Dezember 2022 verschoben und zeitgleich zahlreichen Mitarbeitern die Verträge verlängert wurden, legt der US-amerikanische Bergbauzulieferer jetzt noch einmal nach.

Mehr Aufträge in Sicht

„Caterpillar würde gerne weitere Aufträge annehmen und braucht dafür alle verbliebenen Mitarbeiter an diesem Standtort.“ Das sagte IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Hölter am Montag (8. Oktober) im Gespräch mit unserer Redaktion:

„Alle derzeit Beschäftigten sollen länger arbeiten – und zwar bis Ende Juni kommenden Jahres.“

In Lünen sind nach Betriebsratsangaben noch etwa 160 Menschen beschäftigt, die allesamt bis zum Sommer 2022 bleiben sollen. Bislang galt das nur für einen Teil der Belegschaft. Für wie viele genau, dazu machte Betriebsratschefin Martina Vogelgesang am Montag keine Angaben.

Zur Erinnerung: Die nach mehrwöchigen Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft im August erzielte Einigung sah neben der Verschiebung der Werksschließung weiter vor, dass von den 230 Mitarbeitern an den Standorten Wuppertal und Lünen 100 für sechs, neun beziehungsweise zwölf Monate weiter beschäftigt werden sollten.

Produktions-Verlagerung

Grund dafür war, dass es Caterpillar in den Monaten zuvor nicht gelungen war, die Produktion wie geplant in andere Werke zu verlagern. Im Gegenteil: Auch wegen der Corona-Pandemie war die Verlagerung komplett gestoppt worden.

Wie Betriebsratschefin Martina Vogelgesang weiter sagte, hätten die Beschäftigten bis zum 18. Oktober Zeit sich zu entscheiden und entsprechend einen Vertrag zu unterschrieben, wenn sie denn wollten.

Die Verträge seien in Ordnung, sagte Martina Vogelgesang: „Niemand verliert Geld, an den Gehältern wird nicht gerüttelt.“

Gefragt nach ihrem Eindruck, sagte die Betriebsratsvorsitzende, dass sie glaube, dass das neuerliche Angebot bei den Beschäftigten gut ankäme. Nicht jeder Mitarbeiter habe sich schon nach einer neuen Stelle umgesehen.

Verkaufsverhandlungen laufen weiter

IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrich Hölter erklärte auf Nachfrage, dass die laufenden Verkaufsverhandlungen der Caterpillar-Fläche in Lünen von den jüngsten Entwicklungen nicht betroffen seien.

Nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Martina Vogelgesang kommen regelmäßig potenzielle Interessen vorbei, die sich das Werksgelände genau anschauten. Darunter sind nach Informationen unserer Redaktion auch potenzielle Investoren aus dem fernen China.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks