Caterpillar: Kündigungen trafen viele überraschend

Knapp 120 Arbeitsplätze betroffen

Was sich bereits angedeutet hat, ist nun bittere Realität. 48 Beschäftigte des Bergbauzuliefers Caterpillar in Lünen sind betriebsbedingt gekündigt worden. 68 weitere verlieren unter ihren Arbeitsplatz - haben sich jedoch für eine freiwillige Aufhebung des Vertrags entschieden. Viele der 48 Gekündigten fielen aus allen Wolken.

LÜNEN

, 15.12.2015, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Caterpillar: Kündigungen trafen viele überraschend

Die Zufahrt zum Lüner Caterpillar-Werk an der Industriestraße in Wethmar: Knapp 120 Arbeitsplätze werden an diesem Standort weggefallen.

Es war bekannt, dass die Stahlsparte des Unternehmens mit Sitz an der Industriestraße in Lünen-Wethmar zum Jahresende nach China verlagert wird. Diese Entscheidung trifft 116 Arbeitsplätze – allerdings nicht nur im Stahlbereich.

Aufgrund der Sozialauswahl zieht sich der Jobverlust quer durch das gesamte Unternehmen. Dabei handelt es sich um ein internes Punktesystem, bei dem Alter, Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung und Anzahl der Kinder berücksichtigt werden. So werden Personen ausgewählt, die es eher bewältigen können, ihren Job zu verlieren.

Betriebsrat enttäuscht: Konnten Kündigungen nicht vermeiden

Enttäuscht zeigte sich der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Josef Grabowski: „Wir haben es nicht geschafft, die Kündigungen zu vermeiden“, sagte er auf Anfrage unserer Redaktion.

Betriebsrat und Geschäftsleitung hatten sich im Vorfeld auf Modelle verständigt, wonach Mitarbeiter freiwillig das Unternehmen verlassen können:

  • eine Abfindung
  • einen Wechsel in eine Transfergesellschaft, die Qualifizierung anbietet
  • Zeitwertkonten: Mit einer Abfindung können Zeiten bis zum Ruhestand finanziell überbrückt werden.

Das Problem: Mitarbeiter mussten sich dafür eigentlich im Vorfeld melden. Beschäftigte aus anderen Bereichen wussten allerdings nicht, ob ihnen die Kündigung drohen könnte. Einige hätten damit nicht gerechnet. Umso größer war der Schock. „Es ist schon heftig“, beschreibt Josef Grabowski die Stimmung kurz vor den Weihnachtsfeiertagen.

Unternehmenssprecher Jan Battenberg erklärt: „Die 48 gekündigten Mitarbeiter haben immer noch die Möglichkeit, eine der drei Optionen des Freiwilligen-Modells zu wählen.“

Stellen in Einkauf und Logistik fallen weg

Ein Großteil der Betroffenen kommt aus dem gewerblichen Bereich, auch Einkauf und Logistik für die Stahlsparte fallen weg.

In Hamm wird zum Jahresende das komplette Caterpillar-Servicezentrum mit 60 Beschäftigten geschlossen. Es ist Dienstleister für den Ende 2018 auslaufenden deutschen Steinkohle-Bergbau. Battenberg begründet die Schließung mit sinkendem Auftragvolumen. Ebenfalls vor dem Aus steht der Vertriebsstandort in Saarbrücken mit 25 Mitarbeitern.

Auf Rekordtief liege momentan der Kohlepreis, weltweit würde weniger für Kohle investiert, erläutert Battenberg. Das Unternehmen gehe davon aus, dass es durch die Re-Strukturierung wettbewerbsfähig ist, „damit, wenn der Markt zurückkehrt, wir gut aufgestellt sind für die Zukunft“, so Battenberg.

Bei zwei Aufträgen aus Australien habe sich Caterpillar in Lünen gegen die Konkurrenz durchsetzen können.

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