CDU: Bürgermeister hätte in Sachen Kita-Plätze längst Anweisungen erteilen müssen

rnKita-Neubau-Pläne

Als die Stadt verkündete, dass 100 Kinder im Sommer keinen Kita-Platz bekommen würden, schwieg die Politik. Nun stellt eine Fraktion doch noch Fragen. Und es gibt sogar gute Nachrichten.

Lünen

, 25.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Günter Langkau ist Ratsherr für die CDU in Lünen und nicht gut auf Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL) zu sprechen. „Als Chef der Verwaltung hätte er längst in dieser für unsere Stadt so wichtigen Angelegenheit entsprechende Anweisungen erteilen müssen“, schrieb er in einer Stellungnahme mit Blick auf die aktuelle Situation der Kinderbetreuung in Lünen. Anlass für Langkaus Reaktion war ein Kommentar unserer Redaktion, der die Untätigkeit der Politik in dieser Angelegenheit kritisierte.

Zumindest die CDU hat nun doch etwas getan - und unter anderem für die kommende Ratssitzung am 11. April Antworten auf Fragen verlangt, die bisher offen geblieben sind. „Wir stellen Anträge und fragen und fragen, aber nichts passiert“, erklärte Langkau im Gespräch mit unserer Redaktion. So seien zwar Antworten und Unterlagen zugesichert worden, doch bis heute würden die Fraktionen seit der letzten Ratssitzung am 14. Februar darauf warten. „Zur Gleichbehandlung aller Fraktionen im Rat einerseits und zur Sicherstellung des gleichen Informationsstandes aller Ratsfrauen und Ratsherren andererseits ist es erforderlich die zugesagten Informationen entsprechend zu verteilen.“

Keine zentrale Vermittlung der Tagespflege?

Ein weiterer Antrag betrifft direkt das Kita-Thema: Die Christdemokraten wollen wissen, wie sich die Situation der Tageseltern in Lünen darstellt. Diese Betreuungsform könnte für Eltern, deren Kinder bei der Kita-Platzvergabe leer ausgegangen sind, zumindest eine vorübergehende Lösung sein. „Leider werden die Eltern über diese Möglichkeit weder informiert, noch gibt es eine zentrale Anlaufstelle bei der Verwaltung, die diese Betreuungsplätze koordiniert“, so Langkau.

CDU: Bürgermeister hätte in Sachen Kita-Plätze längst Anweisungen erteilen müssen

CDU-Ratsherr Günter Langkau wirft Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns Verzögerungen beim Kita-Neubau vor. © Beuckelmann

Während die Tagespflege vor allem kurzfristig Lösungen bieten könnte, müssen langfristig zusätzliche Kita-Plätze her. Denn jedes Kind hat ab dem dritten Lebensjahr Anspruch auf eine Kita-Betreuung, die Tagespflege greift dann nicht mehr. Der Bedarf lässt sich an den bereits geborenen Kindern ablesen - angesichts der aktuellen Zahlen scheint das Problem akut zu sein und mit der Zeit zu wachsen.

CDU: Bürgermeister hätte in Sachen Kita-Plätze längst Anweisungen erteilen müssen

So soll die neue Kita an der Rudolph-Nagell-Straße aussehen. © Stadtwerke

So gesehen ist es überraschend, dass offenbar Kleinigkeiten den Ausbau von Kita-Plätzen verhindern - so sollte beispielsweise die Kita „Kleiner Kreisel“ neu gebaut werden. Beziehungsweise: Schon längst neu gebaut sein. Langkau fragte in seiner Stellungnahme ebenfalls, „warum es zum Beispiel seit 2015 braucht, um zwei neue Kindertagesstätten in Nordlünen zu errichten, und ein vorhandenes Gebäude (Schule in Beckinghausen) seit Anfang 2018 nicht herzurichten?“

„Baugenehmigung noch in dieser Woche“

Für die Kita „Kleiner Kreisel“ soll es nach Auskunft der Stadt nun ganz schnell gehen: „Die Baugenehmigung wird noch in dieser Woche erteilt“, erklärte Frank Knoll, stellvertretender Stadtsprecher, auf Anfrage. „Der Baustart kann zeitnah erfolgen.“ Gerüchte, wonach die Erteilung der Baugenehmigung bisher an der Krankheit einer Sachbearbeiterin gescheitert sei, weist Knoll zurück: „Die zuständige Sachbearbeiterin war nicht krank, sondern hatte Urlaub. Eine Vertretungsregelung greift.“ Allerdings seien letzte Unterlagen zum Neubau seitens des Trägers erst in der vergangenen Woche bei der Bauordnung eingegangen.

„Das Verfahren ist komplex und mitunter langwierig“, so Frank Knoll. Wie so vieles im Zusammenhang mit Kitas und Kinderbetreuung.

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