CDU fordert Kostenübernahme für Lernplattformen an Schulen in Lünen

rnDigitaler Unterricht

Bisher arbeiten die Schulen in Lünen mit unterschiedlichen Lernplattformen. Eine Umstellung auf das System des Landes NRW könnte Probleme bereiten, fürchten CDU und Stadtschulfplegschaft.

Lünen

, 14.09.2020, 08:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Sitzung des Schulausschusses am 12. August hatte die Stadt Lünen ihren Plan präsentiert, alle Schulen mit der Lernplattform Logineo LMS auszustatten. „Das Land NRW stellt das System kostenlos zur Verfügung. Es ist sofort für alle Schulen verfügbar“, erklärt dazu Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Allerdings hatten sich Lüner Schulen bisher unter anderem während der coronabedingten Schließungen mit anderen Systemen beholfen, da Logineo bisher nicht verfügbar war - oder in den Augen mancher Lehrkräfte Nachteile gegenüber anderen Plattformen wie zum Beispiel iServ hatte. Das ist auch bei Stadt angekommen, wie Spangardt erklärt: „Die Stadt hat bereits begonnen zu ermitteln, welche Anforderungen eine Lernplattform generell erfüllen muss und wo konkret die kritischen Aspekte bei Logineo LMS liegen.“ Es sei vorstellbar, „dass auf dieser Grundlage das Land die kritisierten Punkte aufnimmt und die Software optimiert“.

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Die notwendige Umstellung auf Logineo würde die Schulen nun mitten im Schuljahr ausbremsen, befürchtet die CDU - weshalb die Christdemokraten vorschlagen, dass die Schulen im Schuljahr 2020/21 zweigleisig fahren und die Stadt Lünen die Kosten für die derzeit etablierten Plattformen übernimmt.

Lehrer, Schüler und Eltern hätten sich mit diesen Systemen vertraut gemacht, das Lehrpersonal sei für den Distanzunterricht geschult worden, schreibt die CDU in einem Antrag, den sie gemeinsam mit der Stadtschulpflegschaft verfasst hat. „Ein schneller Umstieg auf Logineo LMW würde für viele einen deutlichen Mehraufwand durch die neue Einarbeitung bedeuten“, heißt es dort weiter. Egal ob einzelne Lerngruppen, Jahrgangsstufen oder ganze Schulen ausfallen: „In allen Fällen muss unverzüglich funktionierender Distanzunterricht durchgeführt werden.“

Das ist nach Meinung der CDU nicht gewährleistet, wenn sich die Schulen erst noch in Logineo einarbeiten müssen, anstatt ihre etablierten Plattformen zu nutzen. Wie viel Geld die Stadt aufbringen müsste, wenn sie den Schulen diese Plattformen bis zum Schuljahresende finanziert, ist unklar: „Das können wir nicht abschätzen, da in den Schule verschiedene kostenpflichtige Systeme im Einsatz sind. Wir müssten die Kosten zunächst ermitteln“, so Spangardt.

Grundsätzlich gehe der technische Umstieg auf Logineo schnell, allerdings räumt der Stadtsprecher ein, dass das „Customiziong“, also das Füllen des Systems mit passenden Inhalten und Daten genauso erfolgen muss wie die Schulung von Lehrern und Schülern.

Immerhin: Noch in diesem Jahr will die Stadt zusätzliche IT-Experten einstellen. Bisher sind drei Personen für die Digitalisierung im Schulbereich zuständig.

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