CDU-Landratskandidat Pufke möchte Schwerpunkt auf Bioenergien legen

rnEnergiewende

Einblick in (geruchsintensive) Hallen: Mit seinem Besuch der Lüner Vergärungs- und Kompostierungsanlage verschafft sich Marco Morten Pufke Einblick in einen „Baustein der Energiewende“.

Lünen

, 19.08.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer großen Halle türmen sich die Bioabfälle, die allein an diesem Vormittag nach Lippholtshausen gebracht wurden, meterhoch. Vereinzelt blitzt es weiß oder schwarz zwischen dem Grün. Das sind Plastiktüten, Windeln oder Blumentöpfe, die mit in die Biotonne geworfen wurden. Ein großer Bagger schiebt die grüne Masse von der Stelle, an der sie vom Fließband fällt, in eine andere Ecke.

An anderer Stelle türmt sich ein Haufen aus bereits gesondertem Müll: Die Teile sind zu groß, als dass sie die Gase bilden können, die es für die Entstehung von Kompost braucht. Die großen Teile werden zu Kompost verarbeitet. In einer Nebenhalle ist die Luft voll Dampf, der aus dem Grün aufsteigt. Es riecht streng. Den Landratskandidaten Marco Morten Pufke (CDU), der sich an diesem Tag durch die Anlage führen lässt, scheint das nicht zu stören. Interessiert stellt er Fragen, hakt nach. Besonders interessiert ist er daran, ob die Anlage das Potential für eine Vergrößerung bietet. „Hier ist Innovation möglich“, sagt Pufke. „Wenn etwas passieren muss, dann hier.“

In dieser Halle bildet der Kompost heiße Luft, sodass die Luft von Dampf erfüllt ist.

In dieser Halle bildet der Kompost heiße Luft, sodass die Luft von Dampf erfüllt ist. © Kristina Gerstenmaier

500 Millionen Kilowattstunden pro Jahr

Seit etwa zwei Jahren existiert nun die Vergärungs- und Kompostierungsanlage, die gemeinsam von Remondis und der Gesellschaft für Wertstoff- und Abwasserwirtschaft des Kreises Unna (GWA) gegründet wurde. Betrieben wird sie von der Firma Reterra, die deutschlandweit an verschiedenen Standorten biologische Rohstoffe verarbeitet.

In dieser Anlage wird praktisch Müll in „Gold“ verwandelt. Genauer gesagt werden hier die Bioabfälle aus den Haushalten im gesamten Kreis Unna in Strom, und in Kompost, in Holzbrennstoff, Rindenersatzmaterial oder Holzhäcksel verwandelt. 500 Millionen Kilowattstunden Strom werden in der Anlage pro Jahr erzeugt. Ein Haushalt, weiß Reterra West-Geschäftsführer Andreas Weber, verbrauche im etwa 400 Kilowattstunden.

„Leider ist diese Biomasse nur zu etwa 97 Prozent rein“, so Weber. Das liege an der Gleichgültigkeit der Menschen, die immer wieder auch Plastik in die Biotonne werfen. „Aber wenn sich alle konsequent eine Biotonne hinstellen würden, dann hätten wir viel mehr Energiegewinnung.“ Allerdings werde der Kompost in den vergangenen, sehr trockenen Jahren immer gefragter, so Weber. „Da hat ein echter Bewusstseinswandel stattgefunden. Die Landwirte haben erkannt, dass er im Gegensatz zu ihrem Dünger ein gutes Wasserhaltevermögen hat.“

Durch den Vergärungsprozess der Bioabfälle wird Strom erzeugt. Die Reste, die nicht zur Gärung geeignet sind, werden zu Kompost verarbeitet. In dieser kreisweit einzigen Anlage für Bioabfälle - nur in Fröndenberg gibt es noch eine Anlage, die Grünschnitt zu Kompost verarbeitet, werden die Abfälle des gesamten Kreises und auch der Nachbarkreise gesammelt.

Der Rundgang ist geschafft. Andreas Gérard (Geschäftsführer GWA, l.), Marco Morten Pufke (Landratskandidat der CDU, M.) und Andreas Weber, Geschäftsführer Reterra West.

Der Rundgang ist geschafft. Andreas Gérard (Geschäftsführer GWA, l.), Marco Morten Pufke (Landratskandidat der CDU, M.) und Andreas Weber, Geschäftsführer Reterra West. © Kristina Gerstenmaier

„Hiervon brauchen wir mehr“

Gemeinsam mit GWA-Geschäftsführer Andreas Gérard führt Andreas Weber Marco Morten Pufke durch die Hallen. Der Kohleausstieg in den kommenden Jahren koste im Kreis 1100 Arbeitsplätze und 147 Millionen Euro Wertschöpfung. „Es wäre sowohl für die Umwelt gut, wie auch für den Arbeitsmarkt, wenn wir hier ein bisschen genauer hinschauen“, sagte Pufke, der sich als Ausschussvorsitzender für Umwelt, Bauen und Verkehr auch für Umweltthemen stark mache. „Das hier ist eine gute Sache, da brauchen wir mehr davon“, zieht der Landrats-Kandidat im Anschluss an seinen Besuch Bilanz. „Dass Ökonomie, Ökologie und Arbeitsplätze kein Gegensatz sind, das hat dieser Besuch gezeigt.“ Die Vergärungs- und Kompostierungsanlage sei ein kleiner Mosaikstein im Prozess der Energiewende.

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