Cineworld Lünen will keine Kinder in Horrorfilm

"The Boy" erst ab 16 Jahren

Erneut hat sich das Kino Cineworld in Lünen über die FSK-Vorgabe hinweggesetzt: Für den Horrorfilm "The Boy" haben die Betreiber die Altersgrenze von 12 auf 16 Jahren angehoben. So dürfen auch keine Sechsjährigen mit ihren Eltern den Film sehen. Was ist Ihre Meinung zum Thema?

LÜNEN

, 17.02.2016, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dürfen Zwölfjährige einen Horrorfilm sehen? Oder gar Sechsjährige, wenn ein Elternteil dabei ist? Die Betreiber des Lüner Kinos Cineworld sagen Nein und setzen sich über die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) hinweg, die für den Horrorthriller „The Boy“ eine Freigabe ab zwölf Jahren erteilt hat. Um eine Porzellanpuppe namens Brahms geht es in dem Film, der am Donnerstag (18. Februar) anläuft.

 

FSK 12 bedeutet, das schon Kinder ab sechs Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten den Horrorfilm sehen dürften. „Man muss die Kids vor der FSK schützen“, meint Lutz Nennmann, mit Meinolf Thies Betreiber der Lüner „Cineworld“ und dort für das Programm zuständig.

Wie schon bei „Ted 2“ im vergangenen Jahr hält er die Freigabe ab 12 Jahren für „unangemessen“. Deshalb gilt in der Cineworld: Zutritt zu „The Boy“ wird erst Zuschauern ab 16 Jahren gewährt. Und bei diesem Mindestalter gibt es keine Regelung, dass jüngere Kinder in Begleitung von Erwachsenen Zutritt bekommen können.

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In der Info für die Gäste des Kinos heißt es: „Auch wenn in dem Film auf zu offenkundige Schock-Momente und extreme Gewaltdarstellungen weitgehend verzichtet wird, so halten wir es als Betreiber der Cineworld Lünen weder für verantwortlich noch für vernünftig, Kindern ab zwölf Jahren oder im Extremfall sogar Kindern ab sechs Jahren zu einem spannungsintensiven und atmosphärisch unheimlichen, psychologischen Horror-Thriller Zutritt zu gewähren.“

Positive Reaktionen

„Wir fühlen uns durch die Reaktionen auf Facebook bestätigt. Ich finde, Horror ist generell kein Genre für Kids“, so Nennmann.

 

 

Liebe Gäste, der Horror-Film THE BOY ist von der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) ab 12 Jahre...

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Auch bei „Ted 2“, dem Film mit dem so gar nicht netten Teddy, hatten Nennmann und Thies sich gegen die FSK-Freigabe entschieden und auch damit bei der überwiegenden Mehrzahl der Kinobesucher offene Türen eingerannt.

3 Fragen an Cineworld-Betreiber Lutz Nennmann:

Darf ein Kino das Mindestalter einfach so selbst festlegen?

Ja! Wenn die Empfehlung der FSK nach oben korrigiert wird, also Jugendschutz verschärft wird, ist das kein Problem - das sehen wir auch als unser Hausrecht an.

Was sagt der Verleih des Films? Hat der keine Druckmittel – denn ihm gehen ja potentiell Einnahmen verloren. 

Bislang haben wir nichts gehört. Der Verleih ist im Zweifel darauf auch gar nicht vorbereitet, weil quasi kein Kino so was macht. Unseres Erachtens sind auch gar keine Druckmittel vorhanden, denn den Nachweis von entgangenem Umsatz müssten die erstmal nachweisen, das wird schwer möglich sein.

Dürfte ein Kino das Mindestalter auch eigenmächtig herabsetzen?

Auf keinen Fall! Denn das hieße, den Jugendschutz im negativen Sinne zu unterlaufen.

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