P&C in Lünen bereitet Öffnung vor - City-Ring über Begrenzung verärgert

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Auch in Lünen gibt es einige Geschäfte, die aufgrund ihrer Größe in der Corona-Krise noch nicht öffnen dürfen. Das sorgt bei Händlern für Unverständnis. Doch für die Grenze gibt es einen juristischen Grund.

Lünen

, 21.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

City-Ring-Vorsitzender Helmut vom Bohlen ist zwar glücklich, dass die Geschäfte auch in der Lüner Innenstadt wieder öffnen dürfen. Doch einen Wermutstropfen gibt es: „Ich verstehe die Grenze von 800 Quadratmetern nicht.“

Bund und Länder hatten sich darauf festgelegt, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als eben jenen 800 Quadratmetern nicht öffnen dürften. Zu groß sei die Gefahr, dass solche Angebote viele Menschen anzögen und dadurch die bisher erreichten Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zunichte machten.

Möbelhäuser sind ausgenommen

Allerdings gibt es Nordrhein-Westfalen beispielsweise eine Ausnahme, und die betrifft Möbelhäuser. Die dürfen unabhängig von ihrer Größe öffnen. Wer schon einmal an einem Samstag bei Ikea war, der weiß, dass hier die Furcht vor einer Magnetwirkung auf die Kunden durchaus berechtigt wäre. Der schwedische Konzern hatte offenbar selbst nicht damit gerechnet, seine Filialen wieder öffnen zu dürfen und kündigte an, dass man nicht in der Lage sei, bereits ab Montag (20.4.) die Einrichtungshäuser wieder zugänglich zu machen.

Das Möbelhaus Bäcker an der Kamener Straße profitiert von einer Ausnahmeregelung und durfte am Montag (20.4.) wieder öffnen.

Das Möbelhaus Bäcker an der Kamener Straße profitiert von einer Ausnahmeregelung und durfte am Montag (20.4.) wieder öffnen. © Goldstein

Anders sieht es bei Möbel Bäcker an der Kamener Straße aus - hier konnten Kunden bereits ab dem von der Regierung erlaubten Stichtag wieder zwischen Sofas, Betten und Schränken bummeln, natürlich unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Auch das freute Helmut von Bohlen, der sich allerdings fragte: „Ich verstehe nicht, warum ich mich bei einer klaren Regelung, wie viele Kunden in den Laden dürfen, bei P&C einer höheren Ansteckungsgefahr aussetzen soll als bei Möbel Bäcker.“

P&C arbeitet Maßnahmenkatalog

Die Frage stellte sich auch das Modehaus Peek & Cloppenburg. Aus der Konzernzentrale heißt es, dass man zumindest in Österreich seine Verkaufshäuser ab dem 4. Mai wieder öffnen wolle. In Deutschland arbeite man hingegen noch an einer Lösung und prüfe die Möglichkeit, Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter zu verkleinern, wie es in einem Artikel des Branchenmagazins „Textilwirtschaft“ heißt.

Laut von Bohlen sei auch für P&C in Lünen bereits ein „umfangreicher Maßnahmenkatalog zur Wiedereröffnung“ ausgearbeitet worden. Ob der dann auch zum Tragen kommt, ist allerdings fraglich: „Eine Verkleinerung der Verkaufsfläche ist nicht zulässig“, hatte Stadtsprecher Benedikt Spangardt mit Blick auf den Erlass erklärt.

Bund und Länder haben sich die Grenze von 800 Quadratmetern nicht willkürlich ausgedacht. Sie bezieht sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. November 2005. Dort heißt es: „Einzelhandelsbetriebe sind großflächig im Sinne von § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Baunutzungsverordnung, wenn sie eine Verkaufsfläche von 800 m² überschreiten.“

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