CityRing-Vorsitz: "Internet und Handel kombinieren"

Helmut von Bohlen

Onlinehandel, kostenloses W-Lan und Veränderungen in der City: Im Interview spricht der CityRing-Vorsitzende Helmut von Bohlen darüber, wie der Kunde von diesen Entwicklungen profitieren kann. Außerdem verrät der Immobilienmakler in unserer Fotostrecke, wo in Lünen er sich besonders wohl fühlt - und welche Ort er meidet.

LÜNEN

, 17.10.2015, 04:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
CityRing-Vorsitz: "Internet und Handel kombinieren"

Akzente setzen, dass will der neue CityRing-Vorsitzende Helmut von Bohlen.

Waren Sie heute schon einkaufen?

Nein, ich hatte noch keine Zeit.

 

Wenn Sie durch die Fußgängerzone schlendern, wo bleiben Sie stehen?

Eigentlich an vielen Geschäften, je nachdem, was ich brauche. Das kaufe ich ganz konkret in Lünen. Manchmal schaue ich berufsbedingt in die Schaufenster, wie etwas präsentiert wird.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Helmut von Bohlen über seine Tops und Flops

Die gesamte Entwicklung der Lüner Innenstadt bewertet CityRing-Vorsitzender Helmut von Bohlen als "absolut positiv". Uns hat der Immobilienmakler verraten, wo er sich besonders wohl fühlt, und welche Ecken er in die Kategorie "Flop" einsortiert.
16.10.2015
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Zu den Lieblingsorten von Helmut von Bohlen gehört die südliche Innenstadt mit dem neuen Wallgang (hier bei der Eröffnung).© Foto: Peter Fiedler
Der Lippeauenpark hinter den neuen Stadtvillen (hier während der Bauarbeiten) ist ebenfalls einer der Lieblingsorte von Helmut von Bohlen.© Foto: Beate Rottgardt
Die Lippekaskade ist für den CityRing-Chef ebenfalls ein Wohlfühlort.© Foto: Peter Meyer
Der Marktplatz gefällt dem Immobilienmakler wegen seiner Größe.© Foto: Marc Fröhling
Viele Menschen bummeln gerne durch die Lüner City. In der Fußgängerzone fühlt sich auch Helmut von Bohlen wohl.© Foto: Peter Fiedler
Es gibt in Lünen auch Orte, die für Helmut von Bohlen zur Kategorie "Flop" zählen: Dazu zählt die obere Münsterstraße mit vielen Leerständen. Dabei erinnert sich der CityRing-Vorsitzende noch an seine Kindheit, als die Münsterstraße für ihn eine Prachtstraße war.© Foto: Peter Fiedler
Stau auf der B 54: "Die Ecke mag ich nicht", kommentiert Helmut von Bohlen.© Foto: Günther Goldstein
Die Schranken in der Innenstadt nerven Helmut von Bohlen, weil sie oft zu Staus führen.© Foto: Peter Fiedler
Schlagworte Lünen

Wie sehen Sie die Entwicklung der City?

Absolut positiv.

 

Inwiefern?

Erst habe ich die neue Werbesatzung der Stadt kritisch gesehen. Ich war ja selbst betroffen und musste dreidimensionale Buchstaben anbringen. Das hat mich 6000 Euro gekostet. Dafür kaufen andere Ware ein. Die Werbesatzung hat aber dazu geführt, dass sich das gesamte Stadtbild aufgeräumter und hochwertiger präsentiert.

 

Was fällt Ihnen auf?

Wenn ich mit Menschen spreche, die länger nicht in Lünen waren, dann sind sie immer ganz erstaunt, wie toll sich die Innenstadt entwickelt hat. Es ist vieles gelungen, wie der Tobiaspark, die Fußgängerzone und der südliche Eingangsbereich, zudem wir mit unserem Gebäude ja auch beigetragen haben. Was mich freut sind weitere Effekte.

 

Welche Effekte meinen Sie?

Unser Nachbar hat mitgezogen und eine neue Werbeanlage, Tür und Schaufenster eingebaut. Auch die Farbe hat er angepasst. Das finde ich gut.

 

Wo gibt es Handlungsbedarf?

Im oberen Teil der Fußgängerzone an der Münsterstraße. Die Lippe ist so eine magische Grenze. Vielleicht gibt es ja die Chance, die Attraktivität der Brücke zu steigern. Manche Städte haben Geschäfte darauf gebaut.

 

Wie sehen die Zukunft des Handels?

Der Internethandel wird das Gesicht der Innenstadt in naher Zukunft deutlich prägen.

 

Glauben Sie, dass Läden schließen müssen?

Ja, oder man setzt neue Konzepte um, indem man Internet und Handel kombiniert. Beispiel: Ein Geschäft bietet Anzüge an und hat jeweils einen in einer Größe vorrätig. Der Kunde kann ihn anprobieren, dann bestellt der Händler den Anzug zum besten Preis übers Internet. Ich wünsche mir, dass sich die Händler mehr mit diesem Thema auseinandersetzen. Wir haben unserer Mitglieder bereits auf eine Schulung der IHK hingewiesen.

 

Was wollen Sie als neuer CityRing-Vorsitzender bewegen?

Ich komme vom Marketing und finde es spannend die Kaufmannschaft und die Dienstleister zu unterstützen. Wir haben schon sechs neue Mitglieder im CityRing. Die Herausforderung ist es, dass alle zusammenhalten. Nur gemeinsam sind wir stark.

 

Sie vermissen Unterstützung der Kaufleute?

Vor den Sommerferien hatte ich die Geschäftsleute eingeladen und eigens Brötchen bestellt. Es kam ein Vorstandsmitglied. Die Brötchen habe ich dann in der Fußgängerzone verschenkt. Das war schon ein Dämpfer. Wir bieten den Kaufleuten mit den verkaufsoffenen Sonntagen eine Bühne, bespielen müssen sie sie aber selber, beispielsweise mit Aktionen oder einem Sektempfang für gute Kunden.

 

Was haben Sie jetzt vor?

Den Zusammenhalt stärken, ist eine Herausforderung. Es gibt aber auch anderes: Wir prüfen gerade Maßnahmen, um ein kostenloses W-Lan-Netz in der City zu installieren. Zurzeit entsteht eine neue Webside des CityRings. Wir wollen die Händler stärker einbinden und mehr von der Arbeit im City-Ring berichten. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Lünen ist wichtig.

 

Welche konkreten Aktionen planen Sie?

Die Veranstaltungen zu St. Martin und Nikolaus laufen, die vier verkaufsoffenen Sonntage haben sich bewährt, ebenso wie das Moonlight-Shopping. Zum Stadtfest haben wir tolle Ideen. Die kann ich aber noch nicht verraten.

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