Corona-Krise: Tarox-Azubis versorgen Großfamilie in Quarantäne

rnSoziales Engagement

Helfen statt abhängen: Auszubildende der Tarox-AG nutzten die Corona-Zwangspause, um für andere da zu sein. Einkaufen, Bestellungen abholen und ein freundliches Wort: Die Hilfe kam an.

Brambauer

, 02.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit ihrer Hilfsaktion haben Azubis der Tarox AG viele Lüner während der corona-bedingten Schließungen unterstützt. Mehrere Wochen lang gingen die zwölf Auszubildenden aus dem ersten und zweiten Lehrjahr für meist ältere Menschen einkaufen und erledigten Botengänge. „Das ist von den Lünern wirklich sehr, sehr gut angenommen worden“, erzählt Ann-Kathrin Bomski, die bei dem Brambauer IT-Unternehmen eine Ausbildung zur Außenhandelskauffrau im zweiten Lehrjahr absolviert. „Bis etwa Mitte Mai, als dann die Lockerungen kamen, meldeten sich täglich zwei bis drei Leute bei uns, die wir unterstützen konnten.“

Es war bereits Anfang März, als Tarox die Auszubildenden ins Homeoffice schickten. Sie bekamen die Aufgabe, sich in Gruppen sozial zu engagieren. Als Ann-Kathrins Gruppe das Boten-Service-Angebot auf Facebook postete, gab es so viel Zuspruch, dass der Ausbildungsleiter Sandro Cerminara beschloss, ein großes Projekt für alle daraus zu machen.

Körbe voller Einkäufe für Großfamilie

An zwei Tagen in der Woche fand nun digitaler Berufsschulunterricht statt, an einem Tag war jeweils ein Zweier-Azubi-Team im Einsatz. „Es waren hauptsächlich ältere Menschen, viele vereinsamte, die bei uns angerufen haben“, sagt Ann-Kathrin Bomski. „Der aufregendste Auftrag war der für eine zwölf-köpfige Großfamilie einkaufen zu gehen, die wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne saß“, erzählt Team-Kollegin Vanessa Kristian. Mit zwei Teams brachten sie den Brambauern zwei Wochen lang Körbe voller Einkäufe. „Da hatte ich schon ein ein mulmiges Gefühl und ein bisschen Angst mich anzustecken. Insgesamt aber hat es sehr viel Spaß gemacht“, so die 21-Jährige.

„Oft haben wir uns aber auch mit den Leuten noch übers Gartentor hinweg unterhalten und einmal war einer der Jungs lange verschwunden, um einer alten Dame noch den Müll rauszutragen und ihr Handy zu reparieren“, erinnert sich Ann-Kathrin.

Schönes Gefühl zu helfen

Mit dem 1. Juli geht die Ausbildung nun weiter. Aus dem Home-Office dürfen die Azubis die verschiedenen Abteilungen unterstützen: Vanessa die Buchhaltung, Ann-Kathrin die Abteilung, die für Rücksendungen defekter Artikel zuständig ist. Am 1. Oktober dann sollen sie eventuell wieder in die Firma zurückkehren. „Zuletzt hatten wir keine Aufgaben mehr, deswegen freue ich mich, wieder etwas zu tun zu bekommen“, sagt Ann-Kathrin Bomski. „An diese Zeit werden wir uns aber wohl immer erinnern. Wir haben von der Firma frei bekommen, um zu helfen.“ „Es ist ein sehr schönes Gefühl, etwas Gutes getan zu haben“, ergänzt Vanessa Kristian.

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