Corona-Quarantäne: Auslandzeuge im Schwarzlohn-Prozess sagt ab

Landgericht Bochum

Die Vernehmung eines Auslandszeugen im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Lüner ist jetzt scheinbar endgültig vom Tisch. Der Anwalt des Israelis hat dem Gericht jetzt eine Absage erteilt.

Bochum/Lünen

, 27.09.2021, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Vernehmung eines Auslandszeugen im Schwarzlohn-Prozess ist jetzt scheinbar endgültig vom Tisch.

Die Vernehmung eines Auslandszeugen im Schwarzlohn-Prozess ist jetzt scheinbar endgültig vom Tisch. © Werner von Braunschweig

Im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen läuft nun alles auf den Plan B heraus: Am liebsten wollten die Bochumer Richter einen wichtigen Zeugen aus Israel direkt befragen. Der Mann hatte auch schon zugesagt, für eine Zeugenvernehmung einzufliegen. Doch jetzt folgte die endgültige Absage.

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Über seinen deutschen Rechtsanwalt ließ der Israeli den Richtern der 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht mitteilen, dass er derzeit beruflich stark eingebunden sei und zudem auch eine bevorstehende Quarantäne-Zeit im Anschluss an einen Auslandsreise nach Deutschland nicht riskieren könne. Wie bekannt wurde, arbeitet der Mann inzwischen offenbar nicht mehr in Baubranche, sondern im Tourismusbereich.

Der Vorsitzende Richter Michael Rehaag hatte zuletzt bereits angekündigt, dass für den Fall einer nicht zu realisierenden Zeugenvernehmung vor Ort, demnächst dessen vorherige Zeugenaussagen in den Prozess eingeführt werden sollen. Dazu sollen nun demnächst zwei Vernehmungsbeamte als Zeugen geladen werden.

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Laut Staatsanwaltschaft soll der Bauabeiter aus Lünen mit seinem mitangeklagten Ex-Firmenchef aus Witten ein Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Den Finanzbehörden soll durch an der Steuer vorbei bezahlte Arbeitnehmer ein Sozialversicherungs- und Steuerschaden in Höhe von 3,1 Millionen Euro entstanden sein.

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