Corona-Strategie im Herbst: Lüner Notdienstpraxis könnte länger öffnen

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In der kalten Jahreszeit nehmen Erkältungen zu. Der Bundesgesundheitsminister will mit „Fieberambulanzen“ Praxen bei Corona-Tests entlasten. Für Lünen sind zwei Konzepte in der Diskussion.

Lünen

, 29.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Temperaturen sinken, ist mit einem Anstieg der Infektionszahlen zu rechnen. „Das wird noch ziemlich hart im Winter“, sagt Dr. Michael Funke, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins. Ein Patient mit Symptomen einer Atemwegsinfektion könne auch an Corona erkrankt sein. „Es gibt minimale Unterschiede in der Symptomatik. Der Patient kann auch beides haben“, so Funke.

Zur Eindämmung der Pandemie hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Kassenärztlichen Vereinigungen aufgefordert, so genannte „Fieberambulanzen“ einzurichten. Patienten mit Erkältung könnten so gesondert von anderen Patienten auf das Corona-Virus getestet werden.

Für Lünen gibt es Überlegungen, die Behandlungszeiten der hausärztlichen Bereitschaftspraxis am Klinikum Lünen in der Altstadtstraße auszuweiten. „Das ist noch nicht ausgegoren, aber darauf läuft es hinaus“, so Funke. Bisher arbeiten dort ein Arzt und eine Helferin zu Zeiten, an denen die Hausärzte ihre Praxis geschlossen haben. Ab 1. November könnte die Bereitschaftspraxis bereits früher öffnen und das Team durch eine weitere Helferin ergänzt werden.

Aufrüstung wird geprüft

Die Planung sei klar, die Details noch nicht, so Funke. Es sei ein paralleles Angebot zu dem der niedergelassenen Ärzte, um diese bei den Corona-Tests zu entlasten.

Dass die Aufrüstung von Notfalldienstpraxen zurzeit geprüft werde, bestätigte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf Anfrage dieser Redaktion. Es fänden derzeit Ortsbegehungen statt, um diese Infektionssprechstunden einzurichten. Ob Lünen dazu gehöre, konnte die Sprecherin noch nicht sagen.

Umfrage zur Samstagssprechstunde

Gleichzeitig fragt die KVWL momentan bei niedergelassenen Ärzten ab, wer an Samstagen eine Infektionssprechstunde einrichten würde. Die Idee entspricht der der Fieberambulanzen: Sie soll als zusätzliches Angebot die steigende Zahl an Erkältungspatienten entzerren. Start soll laut KVWL im Oktober sein.

Wie viele Praxen aus Lünen diese Samstagssprechstunde anbieten, darüber gibt es laut KVWL-Sprecherin noch keine Informationen. Die Umfrage läuft noch. Funke, der in der Gemeinschaftspraxis Sobottka tätig ist, wird samstags nicht behandeln. „Wir haben in der Woche schon genug zu tun“, ist seine Begründung. Mit dem gleichen Argument habe sich auch Dr. Ulrich Hüning nicht dafür gemeldet. Er hatte im Frühjahr das von der KVWL eingerichtete Covid-Behandlungs- und Testzentrum an der Altstadtstraße geleitet. Das war im Juni, nachdem Corona-Zahlen zurückgingen, aufgegeben worden. Dort befindet sich jetzt wieder die Notdienstpraxis.

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