Coronavirus als Beispiel: Man sollte sich davor hüten, Fake News zu verbreiten

rnMeinung am Mittwoch

Falschmeldungen und Verschwörungstheorien kursieren immer mal wieder im Internet. Derzeit oft über das Coronavirus. Ein Phänomen, das Gastautor Kevin Tigges kritisch beobachtet.

von Kevin Tigges

Lünen

, 05.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist das derzeitige Top-Thema und beherrscht seit Wochen die Medienlandschaft: Die Rede ist von dem Coronavirus, einem Erreger, der schwere Lungenerkrankungen und Fieber hervorrufen kann. Seinen Ursprung hat das Virus in China.

Trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel in Form von Wärmebildkameras an Flughäfen und Quarantänezonen, sind erste Fälle in Deutschland aufgetreten. Auch ein Mann aus Kamen wurde mit dem Verdacht auf eine Infektion vorübergehend im St.-Marien-Hospital aufgenommen.

Coronavirus als Beispiel: Man sollte sich davor hüten, Fake News zu verbreiten

© Quiring-Lategahn

Gastautor Kevin Tigges ist Studienreferendar und Akteur bei der „Abgedreht! Filmcrew“.

Glücklicherweise blieb es nur bei einem Verdacht. Doch dieser Umstand wurde in den sozialen Netzwerken falsch dargestellt, sodass sogenannte „Fake News“ die Runde machten.

Die Krankenhausleitung hat daraufhin Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Dies ist kein Einzelfall: Im Internet kursieren eine Vielzahl an Falschmeldungen, Verschwörungstheorien und Videos von vermeintlich Erkrankten, die auf der Straße kollabieren.

Warum werden falsche Meldungen verbreitet?

Da stellt sich mir die Frage, weshalb Personen überhaupt falsche Meldungen im Internet verbreiten, ohne die Fakten zu kennen bzw. bewusst Fakten leugnen, verdrehen oder schlichtweg frei erfinden.

Welche Absichten werden verfolgt? Werden Fake News basierend auf Unwissenheit und Gerüchten verbreitet, um Andere zu informieren oder zu warnen, weil es eigentlich nur gut gemeint ist? Oder werden bewusst falsche Meldungen publiziert, um negative Gefühle zu erzeugen? Es lässt sich nur spekulieren.

Fakt ist aber, dass Fake News mittlerweile eine Bedrohung für die seriöse Berichterstattung darstellen und Angst, Wut und Hass schüren. Das ist nicht länger hinnehmbar!

Fake News wirken professionell

In Zeiten der schnellen Produktion, Verbreitung und Aufnahme von Informationen, vorzugweise über die sozialen Netzwerke, sollte man daher vorsichtig sein, denn es ist nicht immer einfach, Fake News als solche zu identifizieren.

Der Grund dafür ist, dass Fake News recht oft professionell und seriös wirken. Beachtet man allerdings die folgenden Aspekte, ist man (fast) auf der sicheren Seite: die Quelle und den Autor auf Seriosität prüfen; die Meldung mit anderen bekannten Nachrichtenseiten vergleichen; die Meldung auf Fakten und die dazugehörigen Quellen prüfen; Bilder auf ihren Ursprung überprüfen

Dieses Vorgehen zeigt, dass Meldungen nicht nur nebenbei auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden können und eine intensivere Auseinandersetzung nötig ist. Zuletzt ist zu betonen, dass niemand auf Lügen hereinfallen möchte (man selbst eingeschlossen) und man sich daher hüten sollte, die Verbreitung unseriöser Nachrichten zu unterstützen. Dies gilt sowohl für Meldungen über das Coronavirus als auch für alle anderen Nachrichten.

An dieser Stelle schreiben jeden Mittwoch im Wechsel unsere Gastautoren. Es sind:
  • Kira Engel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen
  • Maren Feldmann, Geschäftsführerin Küchen Schmidt
  • Marie Hirschberg, Studentin, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Kultur der Stadt Lünen
  • Heinz Werner Kleine, Chemielaborant und Kunstsammler
  • Björn Schreiter, Architekt
  • Kevin Tigges, Studienreferendar und Akteur bei der „Abgedreht! Filmcrew“
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