Coronavirus: DRK Kreisverband Lünen ruft erstmals den Krisenfall aus

Größere Einsätze

Der DRK Kreisverband Lünen hat erstmals in seiner Geschichte den Krisenfall ausgerufen. Damit will sich das DRK für größere Einsätze in Corona-Zeiten rüsten. Die koordiniert ein Krisenstab.

Lünen

14.04.2020, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der DRK Kreisverband Lünen (Symbolbild) richtet einen Krisenstab ein.

Der DRK Kreisverband Lünen (Symbolbild) richtet einen Krisenstab ein. © picture alliance/dpa

Andreas Zaremba, Vorsitzender des Präsidiums des DRK Kreisverbandes Lünen, hat nach interner Abstimmung den Krisenfall für den Kreisverband Lünen ausgerufen. Das teilt das DRK in einer Presseerklärung mit. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, wird darin Andreas Zaremba zitiert. Denn der Krisenfall sei im Kreisverband Lünen noch nie ausgerufen worden. Das DRK begründet dies mit der Corona-Pandemie: Sie sei die große Abweichung der Regel.

Der Kreisverband Lünen folge damit den Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene, die den Krisenfall bereits früher ausgerufen hatten. „Wir haben sehr genau die lokalen Entwicklungen verfolgt und daher nicht überreagiert“, so Zaremba weiter. Doch die derzeitigen Entwicklungen gingen leider nicht von einer Entspannung der Lage aus. Auch wenn derzeit über Lockerungen diskutiert werde, steigen die Fallzahlen in Lünen weiter.

Füreinander verantwortlich

„Die Menschen dürfen nun nicht nachlassen. Die Welt ist eine andere mit Corona und wir alle sind gegenseitig füreinander verantwortlich. Gerade in diesen Zeiten steht das Rote Kreuz besonders betroffenen Menschen zur Seite“, begründet Zaremba den jetzigen Schritt. Laut DRK sei ein Krisenstab aus haupt- und ehrenamtlichen Kräften eingerichtet worden. Die Leitung übernimmt Daniel Langer, Kreisrotkreuzleiter des DRK Lünen. „Falls wir benötigt werden, müssen wir uns im Vorfeld intensiv auf einen längeren und größeren Einsatz vorbereiten“, so Langer.

Gerade mit Blick auf betroffene Altenheime, pflegebedürftige Patienten mit leichten Symptomen, der Unterstützung des Rettungsdienstes oder bei einem Corona-Testcenter könne das DRK kurzfristige Hilfe leisten, die über die bisherigen Aktionen hinausgingen. Doch all diese Hilfestellungen müssten bezogen auf Einsatzkräfte und Material koordiniert werden. Auch der Selbstschutz sei zu beachten.

Lagezentrum im Verwaltungsgebäude

Das Führungs- und Lagezentrum im DRK Verwaltungsgebäude am Spormeckerplatz übernehme nun diese Aufgabe. „Wir gehen davon aus, dass, solange kein Medikament oder Impfstoff gefunden wurde, wir mit einem sehr langen Krisenszenario rechnen müssen“, so Daniel Langer. Aufgrund der Flüchtlingskrise in 2015 sei man auf kurzfristige Einsatzlagen vorbereitet, doch das Coronavirus bringe ganz andere Herausforderungen mit sich. Im Gegensatz zur Flüchtlingskrise 2015 stehe der Eigenschutz der Einsatzkräfte mehr im Vordergrund.

„Wir danken an dieser Stelle allen Unternehmen, die im letzten Jahr eine Kleiderpatenschaft übernommen haben. So können wir nun größtenteils auf eine ordentliche Schutzausrüstung zurückgreifen“, so Daniel Langer.

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