Coronavirus: Lüner beklagen vermeintlichen Toilettenpapier-Wucher bei Rewe

rnDiskussion bei Facebook

„Unverschämt und asozial“, schimpft ein Nutzer bei Facebook. Gezeigt wird ein Bild: Toilettenpapier bei Rewe in Lünen für 4,49 pro Packung. Ist das Wucher in der Corona-Krise? Nein, sagt das Unternehmen.

Lünen

, 28.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

248 Kommentare hat ein Beitrag in einer Lüner Facebook-Gruppe, daneben viele Emoticons, die meisten wütend. Die Gemüter entzündet der Inhalt des Beitrags, gezeigt wird Toilettenpapier. Eine Packung soll 4,49 Euro kosten und damit teurer sein als vor der Corona-Krise.

Manche regen sich so sehr darüber auf, dass sie geloben, den Laden künftig nicht mehr betreten zu wollen. Bei „dem Laden“ handelt es sich, so geht aus weiteren Kommentaren hervor, offenbar um den Rewe-Hübner-Markt an der Cappenberger Straße. Andere finden das richtig, schließlich könne so womöglich dem „Hamstern“ von Toilettenpapier vorgebeugt werden.

Rewe-Markt verweist an die Zentrale

In den Facebook-Kommentaren vermutet ein anderer Nutzer, dass der Hersteller wohl die Preise angezogen haben müsse und der Rewe-Markt deshalb auch erhöht.

Ob Rewe Hübner tatsächlich die Preise erhöht hat, war vor Ort nicht offiziell zu erfahren. Ein Gespräch mit den Chefs ist nach mehrfachen Anrufen nicht zustande gekommen. Dort verweist man auf die Zentrale von Rewe Dortmund.

Die Anfrage dort wird am Ende aus der Pressestelle des Unternehmens in Köln beantwortet. „Wir haben den Sachverhalt intensiv geprüft. Keiner der Märkte hat Toiletten- oder Küchenpapier aus dem Rewe-Sortiment (Marken- wie Eigenmarkenartikel) in jüngster Zeit erhöht!“, schreibt ein Sprecher.

Die Facebook-Diskussion bezöge sich möglicherweise „auf Produkte, die selbstständige Betreiber im Sinne ihrer Kunden in Eigenregie dazugekauft haben, um damit die Verfügbarkeit der aktuell extrem nachgefragten Artikel zu gewährleisten oder zu verlängern“.

Nicht zum Großhandelspreis - sondern teurer

In solchen Fällen erwerbe der Händler die Ware selbst und nicht zum Großhandelspreis der Rewe-Artikel, „sondern deutlich teurer“. Es sei legitim und auch angemessen, diese Kosten in den Verkaufspreis mit einzukalkulieren. „Fazit: Es gab keine Preiserhöhung, sondern neue Produkte mit eigener Preiskalkulation und transparenter Preisauszeichnung.“

Die Verbraucherzentrale in Lünen hält das übrigens für legitim, wie Jutta Gülzow nach Nachfrage in der Landeszentrale in Düsseldorf berichtet. Dort seien bezogen auf dieses Thema in den Tagen der Corona-Krise einige Anfragen eingegangen.

Eine Preiserhöhung sei für Verbraucher natürlich „sehr sehr ärgerlich“, allerdings juristisch nicht als Wucher zu bewerten. „Die Bewertung richtet sich immer nach den aktuellen Marktpreisen, das Argument der Händler ist nicht angreifbar.“

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