Coronavirus: Lüner Quarantäne-Tagebuch - Tag 7: Wunsch nach Normalität

rnCoronavirus

Coronavirus, das bedeutet für viele Lüner auch Quarantäne. Wie ist das, wenn man abgeschottet lebt? Autorin Marien Hirschberg (19) führt Tagebuch. Tag 7: Normal wird es noch lange nicht.

von Marie Hirschberg

Lünen

, 01.04.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bald kann es endlich mit unserer Quarantäne zu Ende gehen. Sollte der erneute Test der erkrankten Person in der Familie beim Gesundheitsamt negativ sein, kann es für uns wieder halbwegs normal starten. Man kann seine eigene Arbeit wieder aufnehmen und dazu beitragen, in diesen schwierigen Zeiten anderen zu helfen. Auch wenn es leider vielen nicht mehr möglich ist, ihre Arbeit aufzunehmen. Es ist wirklich erschreckend, wie hoch die Anträge auf Kurzarbeitergeld wirklich sind.

Gastautorin Marie Hirschberg.

Gastautorin Marie Hirschberg. © Quiring-Lategahn

„Meine Hochschule wird uns ab Mai leider nicht die Türen öffnen.“
Marie Hirschberg

Wie viele sonst so alltäglich wichtige Berufe, wie Friseure, Reiseverkehrskaufleute oder auch Kellner plötzlich nicht mehr für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Sonst wurden sie immer gebraucht, jetzt sitzen sie auf der Ersatzbank und warten wahrscheinlich sehnsüchtig auf Normalität , um ihre Arbeit wieder ausführen zu können.

Für viele ist der Beruf ein Teil ihrer eigenen Persönlichkeit, die unter der aktuellen Situation leidet und es ist für alle nur zu wünschen, dass diese Phase nicht mehr lange andauert. Es sind Existenzen, die jahrelang aufgebaut worden sind, die nun am Scheideweg stehen. Da kann man nur froh sein, Angestellte im öffentlichen Dienst zu sein.

Auf den Sommer an der Uni gefreut

Aber ich habe erfahren, dass leider noch lange nichts wieder normal wird. Meine Hochschule wird uns ab Mai leider nicht die Türen öffnen. Da ich ein duales Studium absolviere, studiere ich immer vier Monate und arbeite vier Monate. Ich hatte mich sehr auf den Sommer an der Hochschule gefreut, gerade auch, weil man dort an der Uni Leute aus ganz Deutschland trifft, die ein duales Studium für die Bundesagentur für Arbeit absolvieren. Leider sehe ich diese Freunde jetzt erst im nächsten Jahr wieder.

Covid 19 zieht somit viel größere Kreise, als erwartet. Traurige Wahrheit. Und auch die Abiturienten, mit denen ich noch in Kontakt stehe, haben Angst. Vor den Prüfungen, dass ihr Abiball ausfällt, dass sie nicht wie die Jahrgänge vor ihnen das gemeinsam bestandene Abitur feiern können.

Jeder trägt sein Paket mit sich herum, für die einen schwerer für die anderen leichter. Da hilft es nur, positiv in die Zukunft zu blicken, auch wenn es vielleicht schwer erscheint.

Lesen Sie jetzt