Coronavirus: Öffnungszeit für Senioren - Handel lehnt Sonderregel ab

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Zum Schutz älterer und gefährdeter Menschen bieten Läden in Aachen oder Bremerhaven spezielle Öffnungszeiten an. Ein Modell, das sich Sabine Achilles auch für Lünen wünscht.

Lünen

, 07.04.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Supermärkte in Bremerhaven oder Aachen haben wegen des Coronavirus Sonder-Öffnungszeiten für ältere oder gefährdete Menschen eingerichtet. Auch in Irland, Wales, Australien oder Norwegen wird diese Idee umgesetzt. Das würde Sabine Achilles gerne in Lünen sehen. „Die Vorteile liegen doch auf der Hand“, meint sie. Die Sondereinkaufszeiten könnten Senioren helfen, Kontakte in vollen Läden zu vermeiden.

„Die Idee ist gut, aber schwierig umzusetzen“, sagt Rene Woydschiske, stellvertretender Marktleiter bei Rewe Hübner. „Wie soll ich das kontrollieren?“, fragt er. „Und was ist, wenn sich die Leute nicht daran halten?“

Bedenken äußert auch Brigitte Schenker, stellvertretende Marktleiterin bei Edeka Patzer. „Die Älteren kommen den ganzen Tag über“, ist ihre Erfahrung. Sie kann sich nicht vorstellen, dass sie sich an spezielle Zeiten halten.

Seniorenbeiratsvorsitzende: Keine eindeutige Antwort

Ambivalent äußert sich Vera Kestermann-Kuschke, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Lünen. Es sei schon sicherer, wenn Ältere allein im Laden seien und ihnen keiner auf die Pelle rücke, andererseits wolle sie aber auch nicht von bestimmten Zeiten abhängig sein, um einzukaufen.

Aldi Nord erklärt auf Anfrage, dass derzeit keine Verlängerung der Öffnungszeiten bzw. Sonderöffnungszeiten sowie kein Sonntagsverkauf geplant sei. Auch für die Osterfeiertage würden die Öffnungszeiten nicht ausgeweitet. „Aldi Nord als verantwortungsvoller Arbeitgeber und familien-orientierte Unternehmensgruppe trägt eine hohe soziale Verantwortung gegenüber der Belegschaft, für die die aktuelle Situation besonders arbeitsreich und belastend ist“, teilt das Unternehmen mit. Die Mitarbeiter brauchten Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln. Es sei auch im Interesse der Kunden, dass die Mitarbeiter gesund und fit blieben, um ihren wichtigen Versorgungsauftrag erfüllen zu können.

Eigenständige Entscheidung

Von Edeka heißt es dazu, dass die Märkte des genossenschaftlich organisierten Unternehmens von selbstständigen Kaufleuten verantwortet und geführt werden. Sie entschieden eigenständig. Das gelte auch in Bezug auf spezielle Öffnungszeitenregelungen für Senioren.

Rewe Dortmund hingegen erklärt: „In Anbetracht der stabilen Versorgungslage und der unverändert kundenfreundlichen Öffnungszeiten sehen wir derzeit keine Notwendigkeit für Sonderzugangsregelungen.“

Auch Kaufland plant derzeit keine Änderungen oder Sonderreglungen der Ladenöffnungszeiten. Man biete den Kunden durch lange Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 7 bis 22 Uhr bereits ein großes Zeitfenster, um ihre Einkäufe zu erledigen.

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