Darf das Kind mit Schnupfen in die Schule? Lüner Eltern verunsichert

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Der Wetterumschwung bringt laufende Nasen mit sich: Wenn sich Kinder während der Corona-Pandemie erkälten, gibt es Einiges zu beachten - in manchen Fällen dürfen sie trotzdem in die Schule.

Lünen

, 05.09.2020, 09:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erkältungen sind nichts Ungewöhnliches: Schaut man in den Kindergarten, findet man fast immer eine kleine laufende Nase. Auch in der Schule sieht es nicht viel anders aus. Nun, in Zeiten der Corona-Pandemie, müssen die kleinen Rotznasen jedoch in den meisten Fällen daheim bleiben. Wie genau vorzugehen ist, wenn sich das Kind erkältet, ist manchen Eltern nicht klar - deshalb klingeln die Telefone in den Schulen häufiger.

„In den letzten Tagen haben sich einige verunsicherte Eltern telefonisch bei uns gemeldet, da ihr Kind einzelne Krankheitssymptome gezeigt hat und die Eltern nun verunsichert waren, was zu tun ist“, berichtet Matthias Flechtner, Schulleiter der Leoschule. Doch damit würden sie sich an die Empfehlung des Schulministeriums halten, die lautet: „Bitte melden Sie sich bei Krankheitssymptomen Ihres Kindes zunächst umgehend bei Ihrer Schule, um Ihr Kind krank zu melden und das weitere Vorgehen abzustimmen.“ Wie weiterhin vorzugehen ist, erklärt das Schulministerium so:

  • Hat das Kind Corona-Symptome, muss es zunächst zu Hause bleiben.
  • Wenn das Kind Schnupfen ohne weitere Symptome hat, bleibt es 24 Stunden zur Beobachtung zu Hause. Die Schule muss dennoch benachrichtigt werden. Gibt es nach 24 Stunden eine Besserung und keine weiteren Symptome, darf das Kind in die Schule. Bessert sich der Schnupfen innerhalb der 24 Stunden nicht oder kommen weitere Symptome hinzu, muss das Kind zum Arzt. Der Arzt entscheidet dann über einen Corona-Test. Ist der negativ, darf das Kind in die Schule.
  • Hustet das Kind, hat erhöhte Temperatur oder Fieber, ist kurzatmig, hat Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche oder Schnupfen in Kombination mit einem oder mehrerer dieser Symptome, muss die Schule benachrichtigt werden und das Kind muss zum Arzt. Bei negativem Corona-Testergebnis darf das Kind nach Absprache mit dem Arzt zur Schule. Bei positivem Ergebnis muss das Kind daheim bleiben. Dann gibt es weitere Anweisungen vom Gesundheitsamt.

Corona-Schutzmaßnahmen helfen auch gegen Erkältungen

Trotz einiger besorgter Eltern-Anrufe werden laut Flechtner nicht mehr Kinder als sonst um diese Zeit an der Leoschule krank gemeldet.

Kirsten Moritz-Berger, Schulleiterin der Gottwaldschule, beobachtet Ähnliches: Es gibt nicht mehr Krankmeldungen als sonst. Das läge daran, dass die Corona-Schutzmaßnahmen mit Mundschutz und regelmäßigem Händewaschen gut funktionieren und sich so andere Erkältungen auch nicht so schnell verbreiten, mutmaßt Moritz-Berger.

Die Mundschutzpflicht gilt in Grundschulen nur außerhalb des Klassenraumes - sitzt das Kind an seinem Platz, darf die Maske abgenommen werden. Bis zum 1. September galt die Mundschutzpflicht an weiterführenden Schulen auch im Unterricht. Mehrere Schulleiter hatten sich gegen die Aufhebung der Pflicht ausgesprochen - an den Lüner Schulen wurde die Maske gewissenhaft getragen. Maskenverweigerer gab es nicht, allerdings auch keine Maskenkontrollen und Bußgelder wie in Bus und Bahn. Die Schulen sind selber dafür zuständig, für die Einhaltung der Maskenpflicht zu sorgen.

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Einen anderen Eindruck von der Krankmeldungs-Situation hat die Lüner Kinderärztin Dr. Christiane Günther-Ruppert: In ihrer Praxis sei es so voll wie sonst nur im Winter. Das läge nicht daran, dass die Kinder häufiger oder schwerer krank seien, sondern vor allem daran, dass die Eltern eine Krankmeldung des Kindes für ihren Arbeitgeber brauchen, um mit dem Kind Zuhause bleiben zu dürfen. So kämen mehr Eltern mit ihren Kindern, die normalerweise mit einer kleinen Erkältung nicht zum Arzt gegangen wären.

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