Darum kostet Zigarettenkippen wegschnippen in Lünen bald 100 Euro

rn10 Mal so teuer

Den traurigen Rest der Kippe schnell weggeschnippt - auf die Straße, den Rasen, den Gehweg. Ein Ärgernis für Stadt und Umwelt, das die Verursacher ab Sommer teurer zu stehen kommen wird.

Lünen

, 20.05.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem „Bußgeldkatalog Umwelt“ des Landes NRW sieht man schon an seiner Aufmachung an, wie alt er ist: Die aktuellste Version ist aus dem Juni 2006 und damit bald 13 Jahre alt. An die darin empfohlenen Geldbußen halten sich viele Kommunen aber immer noch - auch Lünen.

Geht‘s ums Wegschnippen von Zigaretten, sieht der alte Katalog eine Strafe von 10 bis 25 Euro vor. Die Stadt Lünen liegt in der Umsetzung am niedrigsten Ende: „Das wird zur Zeit mit 10 Euro geahndet“, sagt Stadt-Pressesprecher Benedikt Spangardt.

Den alten Bußgeldkatalog will das Land jetzt überarbeiten - eine neue Version sieht eine Strafe von mindestens 100 Euro für das Wegschnippen von Kippen vor. Damit würde sich das Bußgeld von einer Minute auf die andere in Lünen verzehnfachen. „Der Bußgeldkatalog ist eine reine Empfehlung“, erklärte eine Sprecherin des NRW-Umweltministeriums auf Anfrage.

Eine Empfehlung, an die sich die Stadt Lünen aber halten wird. „Da wir uns an den Vorgaben des Bußgeldkataloges Umwelt orientieren, werden wir uns den Vorgaben auch bei Erhöhungen seitens des Landes anpassen“, sagt Stadt-Pressesprecher Spangardt. Heißt: Wenn das Land eine Erhöhung auf mindestens 100 Euro empfiehlt, wird die Stadt das so umsetzen.

Die Stadt hat in Lünen nach eigenen Angaben rund 700 Mülleimer aufgestellt. Nicht alle davon haben laut Spangardt einen integrierten Aschenbecher, vor allem bei älteren fehlt er oft. Sukzessive sollen aber alle auf ein Modell mit Aschenbecher umgerüstet werden.

Die Ministeriumssprecherin sagt, dass die Überarbeitung des Bußgeldkatalogs noch vor der Sommerpause veröffentlicht werden soll. Die Stadt Lünen braucht dann laut Spangardt nur noch einige Tage, um die Empfehlung auch umzusetzen.

Wie häufig in Lünen bisher Bußgelder für das Wegwerfen von Zigarettenkippen tatsächlich verteilt werden, ist unklar. Die Statistik werde dafür nicht differenziert genug geführt, sagt Spangardt. Die Wirtschaftsbetriebe (WBL), in Lünen für die Müllentsorgung zuständig, berichten laut Spangardt nicht von einem größeren Problem mit den Kippen. Vor allem in der Innenstadt gebe es aber Stellen, an denen viele Zigaretten weggeworfen würden.

Die Kippen sind nicht nur hässlich im Stadtbild, sondern auch gefährlich für die Umwelt. Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation von 2017 landen weltweit bis zu zwei Drittel aller Kippen auf dem Boden, pro Tag sind das demnach immerhin 10 Milliarden weltweit. Die Filter werden nur sehr langsam abgebaut und können teilweise in kleinere Plastikteilchen brechen. Alle Chemikalien landen dann in der Umwelt, darunter unter anderem Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium und Co.

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