Das ist der Grund für den Stromausfall in Lünen

10.000-Volt-Kabel durchgeschnitten

Ein Stromausfall hat um kurz vor 8 Uhr viele Haushalte, Ampeln, Unternehmen und auch das Rathaus lahm gelegt. Dabei gab es eine große Stichflamme an einer Baustelle. Nach einer halben Stunde waren die ersten Straßen wieder am Netz. Einige wichtige Einrichtungen aber waren noch längere Zeit ohne Strom.

LÜNEN

, 05.08.2015, 08:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktualisierung 12 Uhr: 

Nach ersten Schätzungen der Stadtwerke waren vom Stromausfall rund 20.000 bis 25.000 Einwohner betroffen. Die Ursache steht inzwischen fest: Planmäßig sollte auf der Baustelle Graf-Adolf-Straße ein fast 60 Jahre altes Stromkabel durchtrennt werden. Die Stadtwerke-Techniker gingen aufgrund vorausgegangener Messungen davon aus, dass es keinen Strom mehr führte. Das tat es aber doch.

Stadtwerke-Techniker Michael Wittenbreder beschreibt, was passierte, als er das  Kabel mit einer hydraulischen Schere kappte: „Es gab eine mehrere Meter hohe Stichflamme.“

Im gleichen Moment brach in Teilen Lünens die Stromversorgung zusammen. Welche Bereiche über die Innenstadt hinaus noch betroffen waren, konnten die Stadtwerke noch nicht exakt sagen. So wurde Stromausfall auch in Wethmar und Lünen-Süd gemeldet.  Im Rathaus  fiel zwischen 8.10 und 8.50 Uhr der Strom aus, teilte Stadtsprecher Frank Knoll mit: „Fahrstühle waren über Notstrom funktionsfähig, ebenso die Telefone.

Im Bürgerbüro mussten sich die Kundinnen und Kunden ein wenig gedulden, denn ohne PC ging dort nichts. Es gab keine Beschwerden, die Bürgerinnen und Bürger reagierten verständnisvoll und geduldig.“

10.000-Volt-Kabel führte Strom

Nachdem die Stadtwerke die Stromversorgung wieder herstellen konnten, begann die Ursachenforschung. Wie konnte es sein, dass das betroffene 10.000-Volt-Kabel wider Erwarten doch Strom führte? Auf diese Frage gab es zunächst keine Antwort. Weil Techniker Michael Wittenbreder alle Sicherheitsvorkehrungen beachtete, kam er unverletzt davon.

Als er das Kabel kappte, stand er etwa zehn Meter von der Schnittstelle entfernt. Denn die hydraulische Kabelschere wird über einen Schlauch per Fußpumpe betrieben. So ist der nötige Sicherheitsabstand gewahrt. „Ich habe schon ein paar hundert Kabel durchtrennt. Nie ist etwas passiert“, so Wittenbreder. Dass es diesmal anders kam, nahm er relativ gelassen. Er wusste, dass er sich für den Fall des Falles in Sicherheit befand.

Ursprungsmeldung 8:51 Uhr: 

"Wir bedauern das sehr, aber wir können noch nicht definitiv sagen, woran es gelegen hat", sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke, Dr. Achim Grunenberg. Der Bereich, in dem die Stromversorgung unterbrochen wurde, lässt sich aber eingrenzen auf die Baustelle an der Graf-Adolf-Straße. Im Zusammenhang mit den Brückenarbeiten haben die Stadtwerke laut Grunenberg dort auch Kabelarbeiten erledigt.

Was auch immer genau passierte - es geschah laut Grunenberg um 7.59 Uhr. Ab da funktionierte in großen Teilen der Stadt nichts mehr. Neben vielen privaten Haushalten waren auch das Rathaus, die Sparkasse und zahlreiche Ampeln betroffen. Ein großer Supermarkt an der Viktoriastraße musste seine Kunden wieder nach Hause schicken. Der Stromausfall war auch schnell Thema in den sozialen Netzwerken:

Kein Strom am Morgen, verbreitet Kummer und Sorgen #Lünen#stromausfall

— Mike (@MikeHribek)

Super... Kein Strom. Bei wem sonst noch? #Münsterstrasse#Lünen@Altluenen

— Dennis (@DerBeile)

"Gegen 8.30 Uhr hatten die ersten Haushalte wieder Strom", berichtete Grunenberg. Die Techniker der Stadtwerke arbeiteten unter Hochdruck, um nach und nach die Versorgung komplett wieder herzustellen. Am längsten ohne Strom blieb die Sparkasse, die erst gegen 9 Uhr wieder angeschlossen war. Das lag daran, dass die Sparkasse und auch das Rathaus über den betroffenen Bereich Graf-Adolf-Straße mit Strom versorgt werden.

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