Das Weihnachtsgeschäft ist durchwachsen - Nicht alle Händler frohlocken

rnVorläufige Bilanz

Der Online-Handel boomt zur Weihnachtszeit. Aber auch die Geschäfte profitieren: Einige Lüner Händler sind zufrieden. Für alle unzufriedenen Händler: Das Weihnachtsgeschäft geht noch weiter.

Lünen

, 26.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Das Weihnachtsgeschäft lief gut. Zumindest teilweise. Das berichten einige Lüner Händler. Sie können ein dickes Plus im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Für andere habe es kaum Veränderungen gegeben. So auch für Sigrid Wiese, Inhaberin des Babyhauses Mönninghoff. „Es gibt keine Veränderungen zum Vorjahr. Man will sich zwar immer gerne verbessern, aber so ist es auch in Ordnung.“ Mit der großen Konkurrenz Online-Handel müsse man leben können und einen Service bieten, den das Internet nicht biete: Beratung und Reparatur vor Ort.

Verkaufsschlager in diesem Jahr waren übrigens sogenannte Tonie Boxen - Audiosysteme fürs Kinderzimmer.

Im Spielwarenladen Blomenkemper lief es ebenfalls gut. Die Einnahmen konnten im Vergleich zum letzten Jahr sogar gesteigert werden. Beliebt sind Klassiker wie Lego, Playmobil und Gesellschaftsspiele. „Es werden viele Gesellschaftsspiele gekauft. Deutschland spielt wieder, dass finde ich echt toll“, sagt die Mitarbeiterin Karin Faust.

Kunden schätzen Beratung vor Ort

Auch das Bekleidungsgeschäft „liberty woman“ setzt auf analoge Stärken: Beratung vor Ort. „Das wissen unsere Kundinnen zu schätzen, so konnten wir den Umsatz dieses Weihnachten noch einmal deutlich steigern“, sagt die Filialleiterin. Zwar hätte die Marke „liberty woman“ auch einen Online-Shop, der sei aber keine Konkurrenz.

Die Buchhandlung Thalia ist ebenfalls sehr zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft, verrät eine Mitarbeiterin. „Nicht nur das gedruckte Buch ist in diesem Jahr wieder ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, auch landen viele E-Reader unter dem Weihnachtsbaum“, sagte eine Sprecherin der Thalia GmbH.

Die Kunden haben sich verändert

Die Filialleiterin von Leder Berens, Alexandra Meinberg, beschreibt das Weihnachtsgeschäft etwas anders. Es sei sehr ruhig und es laufe schlechter als im letzten Jahr. „Außerdem haben sich die Kunden in den letzten Jahren verändert. Durch den Online-Handel sind sie viel besser informiert und wollen auch schon mal die Preise neu verhandeln.“ Auch würde das Weihnachtsgeschäft verstärkt nach den Feiertagen weitergehen. Denn viele Menschen bekommen Geld oder Gutscheine geschenkt. „Es ist ein Auf und Ab, richtig planen kann man nicht mehr.“

Weihnachtsmarkt: Enttäuscht vom Wetter

Ähnlich sieht es auf dem Weihnachtsmarkt aus. „Obwohl wir dieses Jahr einen Sonntag mehr hatten als im vergangenen Jahr, sind die Einnahmen nicht gestiegen. Zudem macht das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung“, sagt Birgit Unger, Besitzerin des Gewürzstandes hinter der Lippe-Brücke. Sie und ihr Ehemann Bernd Unger betreiben zwar auch einen Online-Shop, aber draußen sei immer noch das beste Geschäft.

Das Weihnachtsgeschäft ist durchwachsen - Nicht alle Händler frohlocken

Das Ehepaar Unger betreibt zwar auch einen Online-Shop, aber die Märkte sind für sie dennoch die Haupteinnahmequelle. © Maiwald

Stammkunden kommen zu Besuch

Auch bei Cartoonist Stephan Höstermann „Hösti“ lief es dieses Jahr nicht ganz so gut wie in den Jahren zuvor. „Aber ich mache den Weihnachtsmarkt auch nicht, um große Umsätze zu machen. Viele Freunde und Stammkunden kommen mich hier besuchen, dass freut mich immer sehr“, erzählt er.

Das Weihnachtsgeschäft war also durchwachsen. Das spiegelt auch die Bilanz des Handelsverbandes Westfalen-Münster wider. Die Stimmung im Handel ist gedrückt und Händler sehen ihre Erwartungen nicht erfüllt. Der Handelsverband teilt mit, dass in Lünen die Wochentage für die stationären Geschäfte bislang stärker waren als die Wochenenden. „An den Wochenenden fahren die Menschen wohl eher in größere Städte und Einkaufszentren der Umgebung“, sagt der Geschäftsführer Thomas Schäfer.

Weniger Menschen in den Innenstädten

Durch Online-Handel und „Black Friday“-Angebote würden zwar weniger Menschen in den Innenstädten einkaufen, aber diejenigen, die kommen, geben mehr Geld aus. Außerdem wären die Menschen immer noch bereit, interessante Aufenthaltsorte zu besuchen. „Daher müssen sich alle Kommunen gemeinsam mit den Hauseigentümern, den Händlern, der Gastronomie und der Wirtschaftsförderung Gedanken machen, wie sie sich so attraktiv halten, dass die Menschen in die Stadt kommen.“

Wie auch Alexandra Meinberg von Leder Berens hofft Thomas Schäfer auf die Nachweihnachtszeit: „Da zu den beliebtesten Geschenken neben Gutscheinen auch Geld gehört, kann der Handel erwartungsfroh auf die Tage nach Weihnachten schauen.“

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