Demo nach Pegida-Art am Lüner Bahnhof geplant

Widerstand formiert sich

Zu einem Spaziergang durch Lünen ruft ein Flyer auf, der seit Dienstagabend in den sozialen Netzwerken kursiert. Nach Pegida-Vorbild will der Veranstalter am Sonntag ab 14 Uhr am Hauptbahnhof offenbar „gegen Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus“ demonstrieren. Gegendemonstranten bereiten sich bereits vor.

Lünen

, 28.10.2015, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Veranstalter soll nach unseren Informationen die NRW-Patrioten sein. Das bestätigte am Mittwoch auf Anfrage auch die Polizei in Dortmund. Welche Person dahinter steht, kann sie jedoch nicht sagen, weil die Persönlichkeitsrechte der Person geschützt werden müssten. Die Polizei prüfe die Anmeldung jetzt, sagte ein Polizeisprecher, es werde in den nächsten Tagen sogenannte „Kooperationsgespräche“ über den Ablauf der Versammlung geben. Außerdem ermittele der Staatsschutz Hintergründe zu den NRW-Patrioten.

Unterdessen hat Rainer Schmeltzer, NRW-Arbeitsminister und Initiator des Lüner Bündnis gegen Rechts, angefangen, alles für eine Gegendemo vorzubereiten: „Wir mobilisieren jetzt alles, was Füße hat - ich will das braune Pack nicht in Lünen haben.“ Geplant sei, die Gegen-Demo auf dem Willy-Brandt-Platz abzuhalten, sein Büro sei bereits damit beschäftigt, dafür alles in die Wege zu leiten.

Minister Schmeltzer: "Nicht gewillt, so etwas hinzunehmen"

Die Demo des Bündnisses gegen Rechts im Januar habe gezeigt, „dass wir innerhalb von wenigen Tagen etwas organisieren können“, sagt Schmeltzer, und weiter: „Ich bin nicht gewillt, so etwas unkommentiert hinzunehmen.“

Ähnlich entschlossen reagierte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns: „Wenn die Rechten und andere extreme Gruppierungen in unserer Stadt schweigend spazieren wollen, dann werden wir dazu nicht schweigen“, sagt er in einer Mitteilung der Stadt.

Gemeinsam mit dem Bündnis gegen Rechts wolle er für ein weltoffenes und soziales Lünen demonstrieren. „Denn wir sind eine Stadt, die in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem auch in der Flüchtlingshilfe beispielhaft zusammengestanden hat“, so Kleine-Frauns.

 

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