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Deshalb ist eine Lünerin nach Kreta ausgewandert

Auswanderin im Interview

Aus Gahmen nach Griechenland – dort, wo andere ihren Urlaub verbringen, lebt Manuela Liebich seit 20 Jahren. Genauer gesagt in Plakias im Süden der Insel Kreta, wo es momentan 33 Grad warm ist, aber ziemlich windig. Die Lünerin erzählt im Interview, was sie nach Kreta gebracht hat und wie ihre Verbindung nach Lünen ist.

LÜNEN

, 22.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Deshalb ist eine Lünerin nach Kreta ausgewandert

Manuela Liebich mit der Bucht von Plakias im Hintergrund

Manuela Liebich lebt getrennt, aber in einer neuen Partnerschaft und ist Mutter von zwei Kindern. Tochter Danai ist 17, Sohn Vasilis 10 Jahre alt. Was die Lünerin nach Kreta gebracht hat, wie ihre Verbindung nach Lünen ist und wie sie die Auswirkungen der Griechenland-Krise spürt, erzählt die 46-Jährige im Interview.

Woher aus Lünen stammen Sie und welche Schulen haben Sie besucht?

Ich bin in Gahmen aufgewachsen. Nach der Overbergschule und der Realschule Lünen-Süd hab ich dann am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Abitur gemacht. In Dortmund habe ich Diplom-Pädagogik studiert.

Was hat Sie bewogen, nach Griechenland auszuwandern?

Nach zwei Urlauben hier in der Region habe ich mir ein Freisemester genommen und eine Saison im Tourismus gearbeitet. Dabei habe ich meinen Ex-Mann kennengelernt und mich entschieden zu bleiben.

War es schwer, die Sprache zu lernen, die ja auch andere Buchstaben hat als Deutsch oder Englisch?

Ja, Griechisch ist keine leichte Sprache. Ich kann mich auf Griechisch im Alltag gut verständigen. Da die Region sehr touristisch geprägt ist, kommt man hier aber auch sehr gut mit Englisch und teilweise sogar mit Deutsch zurecht.

Was machen Sie beruflich in Griechenland?

Ich habe hier größtenteils im Tourismus und als Pädagogin gearbeitet. Nach den Geburten meiner beiden Kinder habe ich jeweils eine berufliche Pause eingelegt.

Sind Sie noch ab und zu in Lünen?

Bis zum Tod meiner Mutter im Jahr 2010 war ich jedes Jahr ein- bis zweimal in Lünen. Jetzt in unregelmäßigen Abständen.

Hat sich Ihre Heimatstadt Ihrer Meinung nach verändert?

Natürlich hat sich vieles verändert. Es gibt ständig neue Geschäfte, neue Häuser werden gebaut. Aber es hat sich nicht so viel verändert, dass man sich nicht sofort wieder heimisch fühlt.

Griechenland ist ja zuerst als schönes, geschichsträchtiges Urlaubsland in Deutschland bekannt geworden. Nun leider durch die finanzielle Krise. Haben Sie die auch persönlich zu spüren bekommen und vielleicht sogar überlegt, das Land zu verlassen?

Es ist schlicht unmöglich, die Krise nicht zu spüren. Es ist nicht zu ignorieren, dass Männer und Frauen hier im Tourismus zum Teil acht Stunden für 30 Euro arbeiten, Stundenlöhne zwischen drei und sechs Euro sind üblich. Außerhalb der Tourismus-Saison gibt es hier so gut wie gar keine Jobs. Ansonsten fällt einem die Krise vielleicht nicht so direkt auf wie zum Beispiel in Athen.

Hier auf Kreta haben die Familien noch mehr die Möglichkeit, wieder auf eigenem Land etwas anzubauen und Tiere zu halten. Grundsätzlich ein trauriges Thema. Griechenland ist am Boden, viele Menschen kommen kaum über die Runden. Und die Aussichten für die Jugend sind katastrophal.

Sie haben selbst zwei Kinder. Wie sieht es da aus?

Viele Griechen, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder zum Studium ins Ausland. Ich hoffe, dass meine Tochter sich dazu entscheidet, eine Ausbildung in Deutschland zu machen, wenn sie nächstes Jahr die Schule beendet hat. Natürlich kommt einem aufgrund dieser Entwicklungen manchmal der Gedanke zurückzugehen.

Welche Orte in Ihrer Wahlheimat würden Sie einem Besucher aus Lünen auf jeden Fall zeigen bzw. empfehlen?

Es gibt zu viele schöne Orte hier, die sich lohnen, als dass man sie alle aufzählen könnte. Kreta ist eine sehr große Insel. Hier ganz in der Nähe sind beispielsweise der Palmenstrand von Preveli oder das Kloster Preveli. Es gibt unzählige Wandermöglichkeiten – nur im Frühjahr oder gegen Ende der Saison zu empfehlen. Es ist sonst zu heiß. Und natürlich die vielen Strände und Buchten entlang der Küste. Hier in unserer Region ist auch Rethimnon an der Nordküste mit seinen alten Gassen einen Besuch wert.

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