DHL behält Paket ein: Warum Theo nicht gleich Theodor ist

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Wenn im Adressfeld der Spitzname steht, kann das zum Problem werden. Das erfuhr Theodor „Theo“ Wulfert aus Lünen nun selbst. Er ging ohne Paket nach Hause. Ein Weihnachtspaket-Kuriosum.

Wethmar

, 20.12.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Paketdienste ist gerade die heißeste Phase des Geschäftsjahres. Pünktlich vor Weihnachten sollen alle Päckchen unterm Baum stehen. Auch das von Theodor Wulfert aus Lünen.

Der 73-Jährige hat von seiner Tochter aus Köln ein Paket geschickt bekommen. Der Inhalt: Hochgeheim. Es handelt sich um nichts Geringers als ein Geschenk für die Enkelin. Die kommt an Weihnachten zu Besuch.

Geliefert wurde per DHL, der Bote klingelte am Dienstag (17.12.) an Wulferts Tür in der Wehrenboldstraße. Dort war gerade aber niemand daheim. Kein Problem. Mit der Abhohlkarte kann das Paket am nächsten Tag in der Filiale dem Empfänger übergeben werden.

Kein Paket, trotz Ausweis

Doch genau das wurde Wulfert am Mittwoch (18.12.) verweigert. Trotz Ausweises. „Weil auf dem Adressfeld Theo steht und nicht Theodor, wie in meinem Ausweis“, sagt Wulfert.

Er habe dann versucht, sich selbst eine Bevollmächtigung auszustellen, schließlich ist der Lüner „Theo“ Wulfert. Ohne Erfolg. Auch ein Gespräch mit der Geschäftsleitung brachte keinen Erfolg.

Schließlich habe er mit der Hotline telefoniert. Das Paket wird ihm erneut nach Hause zugestellt. Bei allem Verständnis für Formalien wundert Wulfert sich, ob man das nicht auch unbürokratischer hätte lösen können. Auch, damit der Paketbote nicht noch ein zweites Mal bei ihm vorbeikommen muss.

Mitarbeiter haben sich korrekt verhalten

Nun, ja. Genau genommen haben sich die Mitarbeiter genau richtig verhalten, erklärt DHL-Sprecher Achim Gahr auf Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstag (19.12.). So sehen es die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor.

Der Absender, in diesem Fall Wulferts Tochter, habe das Paket an Theo Wulfert adressiert und nicht an Theodor. Auch wenn es unwahrscheinlich sei: Würde das Paket an einen anderen Mann mit ähnlichem Namen abgegeben, wäre DHL haftbar.

Anders sieht es aus, wenn das Paket an die Haustür geliefert wird. Dort genügt es, an entsprechender Adresse eine Person anzutreffen und das Paket gegen Unterschrift abzuliefern. „Das macht das Leben für alle leichter“, so Gahr.

Schwieriger wird es, wenn Schreibfehler bei der Adresse auftreten, etwa eine falsche Hausnummer. Auch wenn der Paketbote vielleicht die richtige Hausnummer kennt.

Millionen Pakete täglich

„Im Einzelfall mag das überspitzt wirken. Beim Blick aufs Ganze macht es aber Sinn“, so Gahr zu der Regelung. 5 Millionen Pakete liefert DHL jeden Tag aus. In der Weihnachtszeit mehr als doppelt so viele. 11 Millionen am Tag sind es dann.

In anderen Fällen mag es sein, dass die Mitarbeiter die Regel nicht ganz so strikt auslegen oder ihre Kunden kennen. So bleibt für Theodor „Theo“ Wulfert nur eins: Am Samstag auch wirklich zu Hause zu sein, wenn der Paketbote klingelt.

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