Die DRK-Kleiderkammer in Lünen benötigt Hilfe

In der Mersch

Mehr als 100.000 Stücke gingen bei der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in Lünen bereits über die Theke. 15 Ehrenamtler sorgen dafür, dass alles läuft - einige von ihnen sind Flüchtlinge, die zuvor selbst Hilfe von der Kleiderkammer bekommen haben. Damit alles so gut weiterlaufen kann, braucht die Kammer jetzt Unterstützung.

LÜNEN

, 12.03.2017, 08:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das DRK-Team freut sich über Unterstützung für die Kleiderkammer in der Mersch.

Das DRK-Team freut sich über Unterstützung für die Kleiderkammer in der Mersch.

Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Mersch Kleidung, Schuhe und Spielsachen für Bedürftige. Zu denen zählen Arbeitslose, Wohnungslose, Rentner – und immer wieder auch Flüchtlinge. Wie gut die Hilfe ankommt, sieht man unter anderem daran, dass die Hälfte des ehrenamtlichen Teams mittlerweile aus Flüchtlingen besteht.

Das erzählt Steffi Zimmer vor Ort, sie ist die Leiterin der Kleiderkammer. „Die Menschen sind einfach dankbar und wollen etwas zurückgeben“, sagt sie. Manchmal gibt es Süßigkeiten, dann Blumen, Getränke – und acht von ihnen unterstützen das Team gleich dauerhaft ehrenamtlich. „Das hilft auch sprachlich“, sagt Zimmer.

Flüchtlinge möchten soziale Kontakte knüpfen

Denn weil viele Kunden auch Flüchtlinge sind, fällt für sie die Verständigung – dann häufig auf Arabisch – deutlich leichter. „Das möchte ich nicht mehr missen“, sagt Zimmer. Viele kämen mittlerweile auch nicht mehr nur wegen der Kleider: „Es geht auch um soziale Kontakte“, sagt Zimmer.

Maximal zwei Mal pro Monat können hilfsbedürftige Menschen in dem ehemaligen Getränkemarkt kostenlos Kleidung erhalten. Alles wird genau protokolliert: Größe, Art und Anzahl der Kleidungsstücke. So soll sichergestellt werden, dass jeder auch die Sachen erhält, die ihm oder ihr zustehen. Von der Arbeit ist auch Matthias Stiller begeistert, der am 1. April seinen Dienst als Vorsitzender des DRK-Kreisverbands antritt und sich schon einmal von der Arbeit vor Ort überzeugt hat.

Trotz ehrenamtlicher Hilfe fehlt Geld

Die Kleiderkammer habe sich „super entwickelt“, sagt Andreas Zaremba, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Dennoch sei der Verband auf Spenden angewiesen, um das Angebot erhalten zu können. Genauer: Rund 30.000 Euro seien pro Jahr nötig, trotz der vielen ehrenamtlichen Hilfe. Deswegen startet das DRK in diesen Tagen eine Kampagne, um auf den Bedarf aufmerksam zu machen. Unter anderem ein „Tag der offenen Kleiderkammer“ soll dabei helfen. 

So können Sie helfen
Öffnungszeiten: Dienstags und freitags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 13 und 14.30 bis 17 Uhr.
Spenden: Auf das Sparkassenkonto IBAN DE40441523700000003756. Verwendungszweck: Kleiderkammer Lünen.

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