Die „Zwillings-Kita“ - Die Kita St. Marien in Lünen hat zur Zeit viele Zwillinge

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Die Kita St. Marien in Lünen betreut zur Zeit sieben Zwillingspaare. Diese stellen ihre Eltern häufig vor enorme Herausforderungen. Das nahm die Kita zum Anlass für einen Info-Nachmittag.

Lünen

, 12.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Kita-Leiterin Gudrun Sieding und Diplom-Pädagogin Leyla Ibis-Asa sprechen mit den Zwillingseltern über tägliche Herausforderungen. Die Diplom-Pädagogin ist Systemische Beraterin der Caritas Lünen-Selm-Werne.

„Es ist ganz gleich, ob Zwillinge eineiig oder zweieiig sind. Jedes Kind hat verschiedene Fähigkeiten, Interessen und Charakterzüge, auch Zwillinge“, erklärt sie. Im Grunde seien es Geschwister, die einfach zur gleichen Zeit geboren sind.

Diese Beobachtung hat auch eine Mutter von zwei vierjährigen Söhnen gemacht: „Unser Julius ist meistens tonangebend, während Moritz manchmal etwas quengelig ist“, erzählt Petra Messer.

Zwillinge nicht gleich

Auch Vergleiche zwischen Geschwistern, insbesondere bei Zwillingen, sieht Ibis-Asa kritisch: „Nicht jedes Kind lernt gleich schnell schreiben oder Fahrrad fahren. Da ist es nicht sinnvoll, sie unter Druck zu setzen.“ Auch könnten Zwillingskinder in unterschiedlichen Lebensbereichen und Schulfächern Begabungen ausprägen.

Die „Zwillings-Kita“ - Die Kita St. Marien in Lünen hat zur Zeit viele Zwillinge

Die Caritas Lünen veranstaltete in der Kita St. Marien in Lünen einen Info-Nachmittag für Zwillingseltern. © Schulz-Gahmen

Wichtig sei es, die verschiedenen Interessen und Talente der Zwillinge zu fördern. Wenn das eine Kind gern Fußball spiele und das andere lieber schwimmen gehe, dann sei das so. „Es ist ratsam, die Kinder auch zeitweise zu separieren und sie als individuelle Persönlichkeiten zu behandeln. So kann ein Elternteil beispielsweise mit einem Kind in den Zoo gehen und das andere Elternteil backt mit dem anderen Kind Plätzchen“, erklärt Leyla Ibis-Asa.

Auszeiten sind wichtig

Besonders wichtig sei es für Zwillingseltern, sich auch Zeit für den Partner und für sich allein zu nehmen. „Dafür benötigen Eltern natürlich ein gutes Netzwerk von Personen, die einem die Kids auch mal für ein paar Stunden abnehmen“, betont die Diplom-Pädagogin.

Gudrun Sieding hat zwar keine Zwillinge, aber zwei erwachsene Mädels. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass es hilfreich ist, auf mehrere Babysitter zurückgreifen zu können. „Ich hatte, als die Mädels noch klein waren, oft das Gefühl, ich müsse schnell wieder nach Hause, wenn ich mir etwas vorgenommen hatte, das nur für mich sein sollte“, erinnert sich die Kita-Leiterin.

Dieses Gefühl hätten viele Eltern, so Ibis-Asa. Es sei allerdings extrem wichtig, einfach mal Kraft zu sammeln: „Nur weil man auch mal an sich denkt, ist man nicht automatisch eine schlechte Mutter, aber viele Mütter empfinden es so“, erzählt die Mutter zweier pubertierender Mädchen. Doch gerade bei Zwillingskindern benötigten die Eltern Auszeiten.

Um sich zu erholen, setzt sich Petra Messer manchmal einfach in ein kleines Café und genießt die Zeit für sich, beispielsweise wenn die Kleinen in der Kita sind.

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