Diese Ampeln werden in Lünen umgerüstet

Änderungen im Straßenverkehr

Lüner Radfahrer müssen künftig aufpassen. Wegen einer Änderung der Straßenverkehrsregeln muss die Stadt einige ihrer Ampeln umbauen. Wir zeigen auf einer interaktiven Karte, welche Ampeln betroffen sind. Und wir erklären, wie sich die Radfahrer an diesen verhalten müssen.

LÜNEN

, 08.02.2017, 05:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Links: Gemeinsame Ampel für Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung Kamener Straße, Zwollee-Allee, Brückenkamp. Rechts: An der Kreuzung Kupferstraße/Bebelstraße/Kurt-Schumacher-Straße besteht Handlungsbedarf: Weil es keine Radfahrerampel gibt und auch keine kombinierte für Fußgänger und Radfahrer, müssen sich Radfahrer seit 1. Januar an der Ampel für Autofahrer orientieren, wenn sie die Straße überqueren.

Links: Gemeinsame Ampel für Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung Kamener Straße, Zwollee-Allee, Brückenkamp. Rechts: An der Kreuzung Kupferstraße/Bebelstraße/Kurt-Schumacher-Straße besteht Handlungsbedarf: Weil es keine Radfahrerampel gibt und auch keine kombinierte für Fußgänger und Radfahrer, müssen sich Radfahrer seit 1. Januar an der Ampel für Autofahrer orientieren, wenn sie die Straße überqueren.

Die Verwaltung der Stadt Lünen muss reagieren - auf eine schon über drei Jahre alte Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO). 

Radfahrer müssen umdenken

Danach gilt: Gibt es an Ampeln mit Radverkehrsführung keine eigenen Radfahrerampeln, dürfen sich Radler nicht mehr an der Ampel für Fußgänger orientieren, sondern müssen sich nach der für den Autoverkehr richten. Beispiel: Hat der Autoverkehr auf einer Hauptstraße Grün, dürfen Radfahrer eine einmündende Straße queren (wo der Autoverkehr dann Rot hat).

Bis Ende 2016 räumte der Gesetzgeber eine Übergangsfrist ein, um den Städten und Gemeinden die Chance zu geben, eine eindeutige Signalisierung für Radfahrer zu installieren. Diese Frist ist jetzt abgelaufen, sodass Radfahrer die Autoampeln dort beachten müssen, wo es keine Radfahrerampeln gibt.

Die Stadt, so erklärte sie auf Anfrage, hat folgende Ampelanlagen identifiziert, „die von der Problematik betroffen sind:“

 

  • Viktoriastraße/Kamener Straße
  •  Münsterstraße/Kurt-Schumacher-Straße,
  • Kupferstraße/Bebelstraße
  • Münsterstraße/Hüttenallee
  • Viktoriastraße/Parkstraße
  • Waltroper Straße/Brechtener Straße
  • Münsterstraße/Zwolle-Allee.

Dass auch die Fußgänger-Ampel Münsterstraße/Hüttenallee auf der Liste steht, erklärt die Stadt damit, dass Radfahrer Richtung Werne dort die Münsterstraße queren müssten, weil sich der Radweg auf der anderen Straßenseite fortsetze. Was die Stadt bisher versäumt hat, will sie jetzt offenbar besonders gründlich nachholen.

Stadt überlegt, Fachunternehmen zu beauftragen

Die Verwaltung prüfe, „ob sie einen Auftrag an ein Fachunternehmen vergibt, das die Ampelanlagen im Stadtgebiet flächendeckend besichtigt und die notwendigen Änderungen vornimmt.“ Dadurch könne laut Stadt „sichergestellt werden, dass alle Ampelregelungen, Verkehrsregelungen und Signalzeiten dem Stand der Technik entsprechen.“

Man wolle vermeiden, dass Ampelanlagen beim Austausch „Fußgänger“ gegen „Fußgänger und Radfahrer“ vergessen werden oder es zu neuen Sicherheitsproblemen komme.

ADFC kritisiert Stadt Lünen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Lünen (ADFC) kritisiert das Handeln der Stadt. Ein Punkt: Die Stadt habe einen Ratsbeschluss zum Maßnahmenkonzept „Rad+“ nicht umgesetzt. Denn darin seien knapp 30.000 Euro für Maßnahmen an Ampeln eingeplant – ein „Vollzugsdefizit“ für den ADFC.

Das wiederum stehe im „krassen Widerspruch“ zu, Leitbild der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW, die Lünen mitgegründet hat. Das nämlich lautet: „Mehr Verkehrssicherheit für alle!“

Das Fazit des ADFC: „Durch die bisherigen Ergebnisse stellt sich die Stadt Lünen selbst ein Armutszeugnis in Sachen Ampeln und Radverkehr aus.“

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