Diese Raupe setzt Buchsbäumen in Lünen schwer zu

Schädling befällt Pflanzen

In Lünen treiben zurzeit kleine, grün-schwarze Raupen ihr Unwesen: die Nachkommen des Buchsbaumzünslers. Haben sie einmal einen Buchsbaum besetzt, können sie großen Schaden anrichten - im schlimmsten Fall muss der Baum vernichtet werden. Welche Gebiete in Lünen sind betroffen? Und was kann man gegen den Schädling tun?

Lünen

von Carolin Rau

, 04.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Diese Raupe setzt Buchsbäumen in Lünen schwer zu

Zum Themendienst-Bericht vom 26. Mai 2015: Die Raupe Nimmersatt: Der Nachwuchs des Buchsbaumzünslers kann ganze Pflanzen kahlfressen. Dann zieht sie weiter zum nächsten Buchsbaum. (ACHTUNG - HANDOUT - Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung der Quelle. Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Landwirtschaftskammer NRW/Andreas Vietmeier | Verwendung weltweit

Der Buchsbaumzünsler ist ein Falter, der seine Eier an den äußeren Blättern des Buchsbaums ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen dann die rund fünf Zentimeter langen Raupen, die zuerst die Blätter und schließlich auch die Rinde der Äste anfressen. Dabei sterben alle Pflanzenteile des Buchsbaums oberhalb der Fraßstelle ab. 

Welche Lüner Buchsbäume sind vom Zünsler befallen?

Besonders auf Friedhöfen, aber auch in vielen privaten Gärten gibt es Buchsbäume. Sehr häufig seien diese auch betroffen, so Lünens Pressesprecherin Kerstin Schatz auf Anfrage. Das fällt auch Claas Neuendorff, Gärtner des evangelischen Friedhofs „Münsterstraße“ auf: „Der Befall durch den Zünsler wird immer mehr.“

Ist der Buchsbaumzünsler gefährlich?

Für den Menschen besteht durch den Buchsbaumzünsler keine Gefahr. Deshalb bekämpft die Stadt den Schädling - anders als beim Eichenprozessionsspinner, dessen Gifthärchen für heftige allergische Reaktionen sorgen können - nicht mit chemischen Mitteln. Stattdessen setzt die Stadt auf eine ökologische Bekämpfung - der Ausrottung durch natürliche Feinde, die den Zünsler als Nahrungsquelle nutzen.

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Wie können Betroffene gegen den Zünsler vorgehen?

Abhilfe gegen den Buchsbaumzünsler gibt es kaum. Lediglich in einem sehr frühen Stadium lasse sich der Befall durch das Absammeln der Schädlinge sowie Pflanzenschutzmittel stoppen, so die Stadt. Sind am Buchsbaum allerdings deutliche braune Stellen erkennbar, so sind die ersten Pflanzenteile bereits abgestorben. Die Pflanzen können dann nur noch ausgegraben und entsorgt werden.

Wo kann der befallene Grünschnitt entsorgt werden?

Die Stadt weist zum einen auf eine mögliche Entsorgung in der heimischen Biotonne hin. Mengen bis 0,5 Kubikmeter - das entspricht 500 Litern - können außerdem auf dem Lüner Wertstoffhof der Wirtschaftsbetriebe Lünen an der Josef-Rethmann-Straße 2 gegen eine Gebühr von 2,50 Euro abgegeben werden.

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Ist es auch möglich, die Buchsbaumreste selbstständig zu kompostieren?

Davon rät die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA) deutlich ab. Die zur Vernichtung der Schädlinge notwendigen Temperaturen können auf dem heimischen Kompost nicht erreicht werden. Beim Kompostierprozess auf dem Werk der GWA werden hingegen deutlich höhere Temperaturen erreicht, dadurch wird der Grünschnitt unschädlich gemacht.

Gibt es in Lünen noch andere Schädlinge?

Auch weitere Schmetterlingsarten oder Maikäfer gehören laut der Stadt zu den in Lünen vorkommenden Schädlingen. Allerdings werden diese ebenfalls nicht chemisch bekämpft. Problematisch seien zudem Pilzerkrankungen an Bäumen, die nicht bekämpft werden können. Die Bäume werden deshalb regelmäßig kontrolliert und teils zurückgeschnitten. Einige Pilzerkrankungen können jedoch auch zur Fällung der Bäume führen.

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