Diskussion um Toilette am Cappenberger See

"Unverzichtbar"

Keine öffentliche Toilette mehr am Cappenberger See? Diese Empfehlung der Verwaltung hat SPD-Ratsmitglied Rüdiger Billeb "schockiert". Dass eine Toilette dort "unverzichtbar" ist, hat auch der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung beschlossen. Die Suche nach einer Lösung läuft.

NORDLÜNEN

, 22.11.2015, 15:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diskussion um Toilette am Cappenberger See

Diese Toilettenanlage zwischen Spielplatz und Schwimmbad am Cappenberger See ist seit Jahren sanierungsbedürftig.

Weil die bestehende Anlage in schlechtem Zustand ist, hatte der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, nach der kostengünstigsten Lösung zu suchen: Sanierung des bestehenden Gebäudes? Ein Neubau? Kooperation mit einem umliegenden Verein?

Der einfache Abriss des Gebäudes ohne Ersatz zu schaffen stand dabei eigentlich gar nicht zur Diskussion, verdeutlichte Billeb, der das Thema mit dem SPD-Ortsverein Altlünen überhaupt erst auf die Agenda des Ausschusses gesetzt hatte: „Die Vorlage geht also am Thema vorbei.“ Gerade für Senioren und Familien mit Kindern sei eine WC-Anlage am See „unverzichtbar“ – und genau diese Formulierung ist dann auch so in den Beschluss aufgenommen worden.

Der Ausschuss hat außerdem beschlossen, erneut Kontakt mit dem benachbarten TuS Westfalia Wethmar aufzunehmen und über die Bedingungen einer Kooperation zu verhandeln. Diese Zusammenarbeit war eine der neun Varianten, die die Verwaltung im Vorfeld der Sitzung ausgearbeitet hatte.

Die 60.000 Euro für eine Sanierung des bestehenden Gebäudes sowie ein Neubau am alten Standort (125.000 Euro) erschienen den Mitgliedern zu teuer. Eine „De-Investition“, wie es in der Vorlage heißt, also der Abriss des Gebäudes würde die Stadt lediglich einmalig 23.000 Euro kosten – kommt für die Ausschussmitglieder aber nicht infrage.

Umfunktionierung eines Lagerraums

Der TuS Westfalia Wethmar ist grundsätzlich kooperativ, bestätigt Stephan Polplatz, 2. Vorsitzender des Vereins. Er war auch beim ersten Gespräch mit der Verwaltung vor etwa einem halben Jahr dabei: „Ich hatte den Eindruck, dass wir da eigentlich eine gute Lösung gefunden haben“, erinnert er sich.

Damals sei besprochen worden, dass ein Lagerraum des Vereins zur Toilette umfunktioniert werden könnte. Der Vorteil: Die Tür dieses Raumes liegt außerhalb des Vereinsgeländes, ist also frei zugänglich.

Wieviel dieser Umbau die Stadt kosten würde, dafür gibt es keine Prognose. Dieser Vorschlag hat es nicht in die den Ausschussmitgliedern vorgelegte Liste geschafft, stattdessen die Variante „Neubau am Sportverein“ – also auf dem Gelände des Vereins. So stand es auch im Auftrag, den der Ausschuss an die Verwaltung gestellt hat. Das jedoch, sagt Polplatz, käme für den Verein nicht infrage.

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