Dr. Karsten Karad zu unserer Berichterstattung: „Maßnahmen nicht mehr angemessen“

rnLeserbrief im Wortlaut

Nach unserer Berichterstattung über den Leserbrief von Dr. Karsten Karad, hat Karad sich noch einmal in einem Leserbrief zu Wort gemeldet. Der Brief im Wortlaut.

Lünen

, 09.07.2020, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Als ich heute die Zeitung aufschlug, war ich schon ziemlich entsetzt, wie sich die RN mit meinem Leserbrief auseinandersetzen. Meine Frau meinte, wie sollten schon mal nach einem „Papamobil“ gucken, mit dem wir demnächst durch Lünen fahren.

Dass Sie mich nun auf einmal in die „rechte Ecke“ stellen wollen, geht allerdings zu weit. Richtig ist, dass ich auf Bill Gates Planungsspiel „Event 201“ aufmerksam geworden bin, worüber ich übrigens in meinem Leserbrief gar nichts geschrieben habe. Wer interessiert ist, mag sich ja selber informieren und die Angaben dort überprüfen. Sie werden überrascht sein!

Zunächst mal habe ich über die Situation in Lünen geschrieben, in unserer Praxis, - die reale Situation eben.

Mein Standpunkt: Die Maßnahmen der Bundesregierung waren zu Anfang der Pandemie richtig und weise! Es war richtig, Großveranstaltungen zu verbieten. Auch die Gesichtsmasken sind wirksam, wenngleich sie auch nur die Infektionswelle verlangsamen, nicht vollständig beseitigen. Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen mir allerdings die Maßnahmen nicht mehr angemessen. Gerade heute (siehe RN „Kreis Unna“) wird berichtet: „Nur eine Neuinfektion“ im gesamten Kreis Unna! Hierzu auch noch einmal den Blick auf die Situation in Gütersloh. Hier haben Sie nicht sauber recherchiert: Am 22.06. wurden im (gesamten) Landkreis Gütersloh 21 Patienten stationär behandelt, davon waren nur ein Teil Tönnis-Mitarbeiter. Die Zahl ist auch nicht weiter angestiegen, wie Sie selber feststellen. Nicht ohne Grund hat das Gericht auch die Lock-Down-Beschränkungen für Gütersloh als „nicht angemessen“ wieder eingestellt.

Und „Neuinfektionen“ sind eben nur positiv getestete Personen, keine Erkrankten. Sicherlich wird der eine oder andere auch schwerer erkranken. Das lässt sich aber auch nicht durch Maskenpflicht verhindern. Damit werden wir leben müssen, wie mit hunderttausend anderen Viren eben auch.

Und denken wir auch an die Kollateralschäden, die die Lock-Down-Maßnahmen verursachen: OPs und andere stationäre Behandlungen, die verschoben werden mussten. Die Geschäftsleute, Friseure, Gastwirte, deren Existenz auf dem Spiel steht usw..

Und hier sollten wir, bevor wir in Hysterie verfallen, den richtigen Weg aus der Krise suchen, - den Weg zurück in die Normalität.“

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