Dreister "Fensterbohrer von Lünen" vor Gericht

Einbruchserie

Ein Serientäter hat vor mehr als einem Jahr mit einem gemeinen Bohrloch-Trick bei Anwohnern in Lünen und Umgebung Wut und Verzweiflung verursacht. Nach knapp fünf Monaten U-Haft wird dem mutmaßlichen „Fensterbohrer von Lünen“ jetzt am Bochumer Landgericht der Prozess gemacht. Der Mann soll sich auf eine sehr spezielle Einbruchsmasche spezialisiert haben.

LÜNEN/BOCHUM

13.06.2017, 18:48 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die unglaubliche Einbruchsserie begann im Sommer 2015 und endete im Februar 2016. Nach verdeckten Ermittlungen, Spuren-Analysen und Telefonüberwachungen durch die Kriminalpolizei wurde der jetzt angeklagte Mann (29) am 15. Januar 2017 festgenommen.

Die Anklage spricht von mindestens elf Einbruchstouren. Die Tatorte: Lünen, Waltrop, Recklinghausen und Dortmund. Die Vorgehensweise war fast immer gleich. Laut Staatsanwaltschaft hatte sich der Angeklagte darauf spezialisiert, vorwiegend nachts, während die späteren Opfer ahnungslos schliefen, mit einem Mini-Bohrer Löcher in Fenster und Terrassentüren zu bohren – und sich danach mit einem Trick Zugang zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen.

Diebesgut soll laut Anklage in Flüchtlingsheimen weiterverkauft worden sein

Er klaute vor allem Schmuck, Bargeld, Luxusuhren, Fotoapparaten oder Elektrogeräten. Das Diebesgut wurde laut Anklage später insbesondere in Flüchtlingsheimen weiterverkauft.

In Lünen waren unter anderem Häuser oder Wohnungen an der Lorenzstraße, der Friedhofstraße und Elsa-Brandström-Straße betroffen. „Wenn ich nicht nachts zufällig zur Toilette gegangen wäre, hätte ich es auch niemals gehört, dass unten bei uns jemand rumhantiert“, erinnerte sich ein betroffener Mieter aus Lünen am Dienstag als Zeuge. Seine Frau hatte bei dem Coup tief und fest geschlafen. „Die hat gar nichts mitgekriegt“, so der Zeuge.

„Jedes Fenster, jeder Riegel und jede Tür abgeschlossen“

Weggekommen waren bei dem Coup vom 20. Oktober 2015 Bargeld, Schmuck-Erinnerungsstücke, Geldbörsen, Handys und Handtaschen im Wert von knapp 1200 Euro. Der oder die Täter waren damals sofort geflüchtet. Heute, so der Zeuge, sei bei ihm zu Hause „jedes Fenster, jeder Riegel und jede Tür abgeschlossen“.

Bei den zwei weiteren Lüner Fällen belief sich der Wert der Beutestücke auf mehr als 5000 Euro.

Weitere Verhandlungstermine
Für den Prozess sind am Bochumer Landgericht noch vier weitere Verhandlungstermine bis zum 6. Juli anberaumt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt