E-Autos in Lünen sollen mehr Ladeplätze bekommen - Autohäuser müssen Kosten übernehmen

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Der Bedarf an Ladesäulen für E-Autos steigt. In Lünen reagiert man nun darauf - wenn auch nicht immer freiwillig. Wir zeigen auf einer Karte, wo man bereits jetzt Strom tanken kann.

von Lea Schönfeld

Lünen

, 14.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema Elektromobilität nimmt weiter an Bedeutung zu. Immer mehr Elektrofahrzeuge sind auf den Straßen unterwegs. Auch in Lünen steigt die Zahl der Elektroautos stetig. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch die Nachfrage an Ladesäulen zunimmt. Zwar werden die Autos von den Herstellern mit jedem neuen Modell verbessert und auch die Reichweite der Autos wächst jährlich - das gilt aber eben auch für den Bedarf an Ladestationen.

Ladeinfrastruktur in Lünen schon jetzt vorhanden

In Lünen sind bereits einige Ladestandpunkte öffentlich zugänglich. Die Stadtwerke Lünen haben rund ums Rathaus drei Ladesäulen aufgestellt. „Und auch am Preußen-Bahnhof, am Lüntec-Technologiezentrum und in der Wohnsiedlung um den Veilchenweg sind Ladepunkte eingerichtet“, sagt Energieberater Werner van den Berg.

Diese Ladesäulen arbeiten mit Wechselstrom. Jedoch gebe es schon die Überlegung, auch Schnell-Ladesäulen, die mit Gleichstrom laden, im öffentlichen Raum zu installieren.

Die Bezahlung an den öffentlichen Ladepunkten erfolgt entweder über eine Kundenkarte der Stadtwerke oder mit der Girokarte. Diese muss allerdings das Funksymbol aufweisen. Die Karte wird dann vor die Ladesäule gehalten und der Preis angezeigt. Durch erneutes Vorhalten wird der Vorgang bestätigt. „Der Kunde bestätigt sozusagen, dass er mit dem Preis einverstanden ist“, sagt van den Berg. Danach kann der Kunde sein Auto an die Ladesäule anschließen.

Am Kreishaus in Lünen steht ebenfalls eine Ladesäule. Diese kann aber nur mit der „eCharge+ App“ des Stromanbieters Innogy genutzt werden, teilt der 53-Jährige mit.

Die Stadtwerke haben außerdem Gespräche mit verschiednen Autohäusern geführt, dass auch sie Ladestationen im öffentlichen Bereich ihres Betriebes aufbauen, so van den Berg.

Autohäuser zum Säulenbau verpflichtet

Volkswagenpartner sind demnächst ohnehin vertraglich dazu verpflichtet, Ladesäulen aufzustellen. Christoph Haumann, Obermeister der Kfz-Innung Dortmund und Lünen sowie Inhaber des Autohaus Trompeter, muss deshalb als Volkswagenpartner ab dem 1. April 2020 zwei Ladepunkte im öffentlich zugänglich Bereich seines Unternehmens errichten. „Dies wird in Form einer Ladesäule mit zwei Anschlüssen geschehen“, sagt Haumann.

Die Kosten für die Ladesäule muss der Inhaber wahrscheinlich selbst übernehmen. Bis zum 30. Oktober 2019 konnten Anträge für Bundesmittel „zur Förderung der Ladeinfrastruktur für Elektroautos“ gestellt werden. Von der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) wurde der Antrag „so gut wie abgelehnt“, teilt der 56-Jährige mit.

Die BAV bezieht sich dabei auf das Subsidiaritätsprinzip - die kleinstmögliche Einheit muss eine Aufgabe übernehmen und die größere Einheit greift nur dann ein, wenn die kleinere es nicht tragen kann - sagt Haumann.

Ausbildung und Werkzeuge nicht förderfähig

Auch Heiko Gövert, Chef des gleichnamigen Autohauses, ist von den Maßnahmen betroffen. „Ich habe einen Antrag beim Land Nordrhein-Westfalen gestellt, aber noch keine Rückmeldung erhalten. Allerdings habe ich auch gehört, dass einige meiner Kollegen bereits eine Ablehnung erhalten haben“, erzählt der 48-Jährige. Lediglich eine Förderung durch Land oder Bund würde eine Beteiligung darstellen. Dann allerdings nur für die Hardware der Ladeinfrastruktur.

Ausbildung, Werkzeuge und eventuelle Umbauten für den Quarantäneplatz sind nicht förderfähig. „Es ist allerdings nichts Neues, dass mit neuen Verträgen auch neue Standards kommen, die erfüllt werden müssen“, ergänzt Heiko Gövert.

Bei den Autohäusern seien die Ladesäulen grundsätzlich mit einem Abrechnungssystem verbunden, über das der Kunde für den Strom zahlt, so Christoph Haumann. Für das Autohaus Trompeter sind die Stadtwerke der Stromlieferant.

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