Eichenprozessionsspinner auf Friedhof Beckinghausen: „Dieses Ausmaß noch nicht erlebt“

rnGefährliche Insekten

Ein trockener, heißer Sommer: die perfekte Wetterlage für den Eichenprozessionsspinner, der sich inzwischen am katholischen Friedhof Beckinghausen verbreitet hat. Der Kirchenvorstand warnt.

von Kimberly Becker

Beckinghausen

, 03.07.2019, 12:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Eichenprozessionsspinner: eine Raupe die zwar harmlos aussieht, aber großen Schaden anrichten kann, insbesondere wenn sich die Tierchen der Schmetterlingsart massenweise in den Baumkronen niederlassen. Nicht die Raupen selbst sind gefährlich, sondern ihre Härchen, die sich mit dem Wind verbreiten und zu starken allergischen Reaktionen führen.

Auch der katholische Friedhof in Beckinghausen ist von den Schädlingen betroffen, wie uns Friedhofs-Besucher Rüdiger Woltemate mitteilt. Dieser bemerkte letzten Donnerstag Warnschilder in der Auffahrt zum Friedhof, die auf den Eichenprozessionsspinner aufmerksam machen. Auf einer Strecke von 60 bis 70 Metern hängen die Schilder in der ganzen Zufahrt verteilt. Nur: Die Schilder sorgen für Verwirrung, meint Woltemate: „Ich weiß nicht, von wem die Schilder überhaupt sind. Das könnte ja auch ein Dummer-Jungen-Streich sein”, sagt Woltemate.

Eichenprozessionsspinner hat über 700.000 Haare

Die Schilder sind aber kein Streich, denn die kleinen Insekten sind für Mensch und Tier gar nicht mal so ungefährlich. Die im April schlüpfenden Raupen schließen sich direkt zu den typischen „Prozessionen“ zusammen, woher auch der Name stammt. Bis zu 700.000 Brennhaare besitzt ein Tierchen. Diese sind spitz, beinahe unsichtbar und dringen tief in die Haut ein. Zumal die Haare von den Hautresten der entpuppten Schmetterlinge auch nach der Hochzeit ganzjährig aktiv sind, sich an Kleidung und Haaren festhängt und gesundheitliche Schäden anrichten können. Auch Hunde sind durch ihr Herumschnüffeln in Gefahr. Das Gift der Raupe kann schwere allergische Reaktionen auslösen.

Werner Voss hat deshalb die Schilder persönlich aufgehängt. Er ist Kirchenvorstand des Pastoralen Raums Lünen, zu dem auch Beckinghausen gehört. Voss möchte vor den Gefahren warnen. Betroffen sei hauptsächlich die Auffahrt zum Friedhof. „Leider ist die Auffahrt ausgerechnet eine Eichenallee”, so der Kirchenvorstand.

Ende noch nicht absehbar

Voss sagt, er habe dieses Ausmaß an Prozessionsspinnern noch nicht erlebt. Auch im hinteren Bereich des Friedhofs habe er ein Nest entdeckt. Deshalb sollen sich Fachleute so schnell wie möglich darum kümmern. „Man bekommt aber nicht von heute auf morgen einen Profi, der die Nester absaugt”, erklärt Voss, der sich bereits mit Firmen zur Beseitigung kurzgeschlossen hat.

Bis die Nester mitsamt der Raupen also abgesaugt werden, sollen sich die Besucher mit möglichst langer Kleidung bedecken. “Ich verstehe, dass das bei den hohen Temperaturen in den letzten Tagen schwierig ist”, gesteht Werner Voss. Besucher des Friedhofes sollten im Nachhinein ihre Kleidung und Schuhe abwaschen - und den Körper abduschen.

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