Einbrüche in Brambauer und Umgebung: Diese Strafe kassierte der „Bohrloch-Einbrecher“

rnLandgericht Bochum

Es hat sich „ausgebohrt“: Ein Profi-Einbrecher, der vor drei Jahren in Lünen-Brambauer und Umgebung mit einem Bohrloch-Trick sein Unwesen getrieben hat, wurde in Bochum verurteilt.

Bochum/Lünen/Dortmund

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Bochumer Landgericht hat am Freitag einen Profi-Einbrecher zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 41-Jährige war vor drei Jahren mit einem bereits verurteilten Komplizen in Brambauer und Umgebung in Serie in Wohnhäuser eingestiegen – einige Opfer werden bis heute noch täglich von Angst verfolgt.

Bis zum Januar 2016 waren der 41-Jährige und sein - bereits Mitte 2017 am Bochumer Landgericht ebenfalls zu viereinhalb Jahren Haft verurteilter - Cousin regelmäßig nachts von einer Asylbewerberunterkunft in Waltrop zu Beutezügen ausgeschwärmt. Laut Urteil trugen die beiden Männer damals stets dunkle Kleidung, waren fast immer auf Fahrrädern unterwegs und hatten vor allem eins - einen Mini-Bohrer dabei.

Schlafende Bewohner hielten Einbrecher nicht ab

Hielten sie ein Wohnhaus für geeignet, wurde nicht lange gefackelt: Mithilfe eines kleinen Bohrlochs an Fenstern oder Türen und einem stabilen Draht drangen die Täter in die Wohnhäuser ein. Dass Bewohner in ihren Betten lagen und schliefen, störte das Duo nicht. Die Bohrloch-Einbrecher nahmen vor allem Bargeld, Schmuck und transportable Elektrogeräte mit. Das Diebesgut wurde später insbesondere in einem Flüchtlingsheim weiterverkauft.

Die Tatorte lagen vor allem in Brambauer und Waltrop. Aber auch in Dortmund in der Erpinghofsiedlung war damals nachts in ein Wohnhaus eingestiegen worden.

Mindestens zwei betroffene Hausbesitzer leiden nach Angaben der Richter bis heute - immerhin drei Jahre nach den Taten - unter erheblichen psychischen Folgen. „Diese Personen können trotz Aufrüstung der Sicherungsmaßnahmen bis heute nicht ohne Beruhigungsmittel schlafen“, sagte die Vorsitzende Richterin Katharina Mellis in der Urteilsbegründung.

Täter brachen auch in Haus eines Polizisten ein

Bei einem der Lüner Tatorte waren die Täter laut Urteil in das Wohnhaus eines Polizeibeamten eingestiegen. Eine weitere betroffene Familie aus Lünen ist im Anschluss an den Einbruch in ihr Haus inzwischen nach Norddeutschland umgezogen.

Wie es in der Urteilsbegründung hieß, haben sich die beiden Einbrecher aus Albanien damals über den Jahreswechsel 2015/ 2016 sogar einen Heimaturlaub gegönnt. Nachdem sie Anfang Januar 2016 über den Flughafen Dortmund wieder eingereist waren, folgte am 7. Januar 2016 die Tat mit der größten Beute. In einem Wohnhaus in Waltrop räumten die Täter damals Beutestücke im Wert von fast 20.000 Euro ab.

Anders als seinem Cousin war dem jetzt Angeklagten seinerzeit zunächst die Flucht ins Ausland gelungen. Das erklärt auch den Zeitabstand zwischen den zwei Gerichtsprozessen.

Erst im Dezember 2018 war der 41-Jährige in Sachsen festgenommen worden und sitzt seitdem in U-Haft. Im Prozess war er geständig.

Lesen Sie jetzt