Eine Kirche setzt sich kleiner: Pfarrsaal entsteht im Kirchenschiff

Umbau St. Ludger

Wenn die Glocken von St. Ludger für einige Tage schweigen, hat das einen Grund: Die neue Elektrik kommt. Die Kirche wird nämlich deutlich kleiner, bleibt der Gemeinde aber erhalten.

Alstedde

, 11.05.2019 / Lesedauer: 3 min
Eine Kirche setzt sich kleiner: Pfarrsaal entsteht im Kirchenschiff

Eine Zwischendecke ist in den hinteren Teil der Kirche eingezogen worden. Hier wird der neue Pfarrsaal sein. © Magdalene Quiring-Lategahn

Ein Vorzeigeprojekt im Bistum Münster ist die Baustelle in St. Ludger an der Waldhöhe in Alstedde. Die 1956 eröffnete Kirche der Großgemeinde St. Marien setzt sich kleiner. In das große Kirchenschiff wird zurzeit ein Pfarrsaal für 120 Besucher gebaut.

Von Außen ist die Veränderung schon sichtbar: Neue Fenster und eine neue Tür durchbrechen die Seitenwand. Sie lassen viel Licht in den künftigen Pfarrsaal. Eine Falttür verbindet ihn mit der Kirche.

Eine Kirche setzt sich kleiner: Pfarrsaal entsteht im Kirchenschiff

Die neuen Fenster an der Seitenwand lassen viel Licht in den neuen Pfarrsaal. © Magdalene Quiring-Lategahn

Innen ist es noch wenig einladend. Vor einigen Tagen ist 200 Grad heißer Gussasphalt auf dem Boden des Pfarrsaals verteilt worden. Wie im Straßenbau. Er schützt gegen Kälte und Feuchtigkeit von unten, denn die Kirche hat keinen Keller. Linoleum bildet den Abschluss, Wärme kommt aus seitlichen Konvertern.

Eine Zwischendecke teilt die zehn Meter hohe Kirche im künftigen Pfarrsaal in vier Metern ab. Sie ist Schallschutz und Wärmedämmung zugleich. Das besonders gestaltete Kirchenfenster ist so zwar unterbrochen, vom Altarraum aber weiterhin sichtbar.

Eine Kirche setzt sich kleiner: Pfarrsaal entsteht im Kirchenschiff

Das alte Gitter der Taufkapelle ist jetzt Geländer der neuen Treppe. © Magdalene Quiring-Lategahn

„Viele Arbeiten fallen gar nicht so auf“, sagt Beate Galler und meint Installation für die barrierefreie WC-Anlage und die Teeküche, die in der ehemaligen Taufkapelle entsteht. Die Mosaike bleiben an den Wänden. Wie auch das große Christusmosaik im Altarraum, das St. Ludger den Namen Mosaikkirche gab. „Jetzt geht es in großen Schritten vorwärts“, ist Beate Galler überzeugt. Die Decke bekommt Akustikelemente und Lampen, es muss gefliest, gestrichen und eingerichtet werden.

Eine Kirche setzt sich kleiner: Pfarrsaal entsteht im Kirchenschiff

Der Notausgang des neuen Pfarrsaals. © Magdalene Quiring-Lategahn

Viel Arbeit in Eigenleistung

750.000 Euro hat die Gemeinde für den Umbau zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Verkauf des ehemaligen Pfarrheims, dessen Sanierung sich für die 2300 Mitglieder große Gemeinde nicht mehr rechnete. Dank Unterstützung des Bistums und Eigenleistung der Gemeindemitglieder kann das Bauprojekt gestemmt werden.

Hans Bonnekoh ist einer der Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren. Er hat mitgeholfen, die Apostelleuchten zu versetzen. Dafür mussten Löcher in die Wände gestemmt werden. Auch die Fliesen im Bereich des neuen Pfarrsaal haben die Helfer so vorsichtig entfernt, dass sie für eine Stufe im Altarraum wieder genutzt werden konnten.

Im Sommer wird Eröffnung gefeiert

Im Sommer, so hoffen die Verantwortlichen, soll der neue Pfarrsaal in der Kirche fertig sein. Dann hängen die Mosaikbilder des Kirchenpatrons St. Ludger und des Heiligen Georgs, Schutzpatron der Landwirte, im Altarraum. Sie mussten ihre Kapelle verlassen. Dort bekommt die aus Holz gearbeitete Schutzmantelmadonna ihren Platz. Die Marienkapelle soll künftig auch werktags geöffnet sein. Durch einen separaten Eingang können Gläubige Kerzen anzünden und beten.

Lesen Sie jetzt