Einheitliche Öffnungszeiten für Lünen? Das sagen Kunden und Händler

rnInnenstadt-Diskussion

Die Innenstadt muss mit Esprit einen neuen Leerstand verkraften. Wie lässt sich der Abwärtstrend aufhalten? City-Ring und Kunden haben eine Idee, von der Händler aber nicht begeistert sind.

31.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Mal eben in der Mittagspause shoppen gehen? Kurz vor acht abends noch die schnell Windeln kaufen, weil morgen Feiertag ist? Samstags um 15 Uhr in Ruhe Schmuck aussuchen? Könnte klappen. Oder auch nicht. Denn eine eindeutige Antwort geben die Geschäfte in der Lüner Innenstadt auf dei Frage der Öffnungszeiten nicht. Und das ist ein Problem, wie nicht nur Kunden meinen.

Helmut von Bohlen ist Vorsitzender des City-Rings Lünen und sieht einheitliche Öffnungszeiten als eine Voraussetzung für zufriedene Kundschaft: „Einheitliche Öffnungszeiten in einer Innenstadt geben dem Käufer doch die Sicherheit, in allen Geschäften bis zu einer bestimmten Uhrzeit einkaufen zu können.“ Für die Inhaber der Geschäfte, die länger aufhaben, bedeuten uneinheitliche Öffnungszeiten, dass kaum noch Kunden in der Stadt seien. Die Geschäfte, die eher schließen, verpassten hingegen den Umsatz, den sie generieren könnten, wenn sie länger geöffnet hätten. „Für die Innenstadt ist das sicherlich kein gutes Image.“

Händler gegen einheitliche Öffnungszeiten

„Samstags lohnt sich der Verkauf nach 16 Uhr nur für die größeren Geschäfte“ sagt hingegen Andreas Holsen, Filialleiter vom Wertverkauf Holsen in Lünen. Die Leute würden nach diesem Zeitpunkt eher gucken und nichts mehr kaufen wollen. Eine längere Öffnungszeit habe das Geschäft schon ausprobiert - vergeblich.

Ebenso ist sich auch die Angestellte der kleinen Boutique „Tredy“, Andrea Volmer, sicher, dass einheitliche Öffnungszeiten sich nicht rentieren. „Dafür ist das Publikum in Lünen einfach nicht ausreichend.“

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Besonders bei den Geschäften außerhalb der Innenstadt würde eine Regelung zu einheitlichen Öffnungszeiten nicht funktionieren. Jutta Koch hatte lange eine Boutique in der nördlichen Innenstadt. „Es war eine Katastrophe - hinter der Brücke kommt keiner mehr lang“, sagt sie. So sei es mit einem hohen finanziellen Risiko verbunden, wenn diese kleinen Geschäfte mit ohnehin wenigen Kunden dann auch noch von morgens bis abends täglich einheitlich geöffnet haben müssten.

Kunden wünschen sich eine „klare Linie“

Die Kunden sehen das anders. Und überhaupt: Früher sei alles einheitlicher und einfacher gewesen. „Jeder kannte genau die Öffnungszeiten der Geschäfte und konnte sich danach richten“, sagt Walter Hoffmann (79). Er meint, alle sollten gleichzeitig auf und zu haben. Es sei überflüssig, wenn Lebensmittelgeschäfte bis 21 Uhr geöffnet sind. Auch Brigitte Witkowski ist der Meinung: „Wir Kunden brauchen eine klare Linie.“ Oft würde sich der Stadtbesuch nicht lohnen, wenn die kleinen Geschäfte nur bis 16 Uhr geöffnet sind.

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„Manche der kleineren Geschäfte schließen am Samstag bereits gegen 13 Uhr, andere gegen 14 Uhr und wieder andere gegen 16 Uhr“, so Helmut von Bohlen. Die Größeren hingegen hätten auch bis 18 Uhr geöffnet. Für ihn sei es sinnvoll, dass sich die inhabergeführten Geschäfte an die Öffnungszeiten der größeren Läden angleichen: „Aufgrund steigender Personalkosten in Kombination mit einer leeren Innenstadt entstehen zwar Kosten, allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Kundenfrequenz steigt und die Umsätze dementsprechend auch höher werden.“

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