Einschulung: Schulranzenverkauf verlängert, Catering wird beliebter

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Die Ferien sind bald vorbei und die Einschulung steht bevor. Für Familien ist das eine Zeit, in der einiges geplant werden muss. Wie steht es 2020 mit Ranzen und Restaurantbesuchen?

von Julian Beimdiecke, Dennis Görlich

Lünen

, 10.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schulbeginn 2020 ist wegen der Corona-Pandemie speziell – trotzdem geht mit dem Schulbeginn auch einiges an Organisation einher, schließlich braucht auch ein Kind mit Mundschutz zum Beispiel einen Schulranzen.

Im Großen und Ganzen sei man daher auch mit dem diesjährigen Schulranzenverkauf auch „sehr zufrieden“, wie Andreas Pohlmann vom gleichnamigen Ledergeschäft an der Bergstraße berichtet.

Ein Grund dafür: Als das Corona-Virus ausgebrochen ist, war das Hauptgeschäft schon durch. „Das fängt schon im Oktober des Vorjahres an und geht meistens bis Mai. Natürlich gibt es Nachzügler, aber das sind eher Ausnahmen“, so Pohlmann.

Zwar gebe es eine zweite starke Verkaufszeit rund um Ostern, als der Verkauf aus Corona-Schutzgründen nicht möglich war. Aber: „Sehr viele haben dann einfach gewartet, bis wir wieder öffnen.“

Kunden konnten erst später kommen

Ähnliches berichtet Patricia Dörich, stellvertretende Leiterin der Askania-Filiale in Lünen: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir nicht weniger verkauft als sonst, aber die meisten Kunden sind eben erst später gekommen als gewohnt.“ Während sonst zwischen Januar und März die meisten Schulranzen dort gekauft werden, hat sich der Verkaufszeitraum nun in die vergangenen Wochen verlegt.

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Auch bei Leder Berensen wurden vor allem in den ersten Monaten des Jahres viele Schulranzen verkauft. Verkäuferin Kirsten Wenke sagt aber: „Teilweise kaufen die Leute jetzt noch Ranzen.“ Normalerweise sei der Verkauf vor Ferienbeginn weitestgehend abgeschlossen.

Wenn es um den Verkauf von Ranzen ging, wurde es im Geschäft häufig eng: „Oma, Opa oder Onkel kommen meist mit, dann wird es hier schwierig mit dem Abstand“, weiß Wenke. Denn: Im Ladenlokal dürfen sich aktuell lediglich vier Personen aufhalten.

Natürlich läuft der Schulranzenverkauf unter den Hygienestandards: Abstand und Mundschutz sind obligatorisch. Die Kinder sind angehalten, sich die Hände zu desinfizieren.

Verzichtet werden kann auf die Anprobe nämlich nicht: „Das ist wie beim Schuhekaufen. Und Kinder sind wie Orgelpfeifen: Alle sind unterschiedlich groß“, sagt Andreas Pohlmann. In seinem Geschäft sind die Ranzen zusätzlich immer in eine Folie eingepackt und werden nach der Anprobe desinfiziert.

Familienessen zur Einschulung?

Doch mit dem Schulranzen ist es ja nicht getan: Damit der Start in die Schulzeit gelingt, soll der erste Schultag auch festlich begangen werden. Das passende Familienessen wird offenbar aber auch in diesem Jahr wieder im Restaurant abgehalten: Zumindest beim Haus Wieneke an der Broker Straße sind schon einige Reservierungen eingegangen.

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„Dabei hat sich für uns eigentlich gar nichts geändert. Wir haben genauso viele Reservierungen wie im vergangenen Jahr – das hat mich selbst überrascht“, berichtet Küchenchef Udo Schmidt. „Das sind die klassischen Familiengruppen, die Leute kommen wieder auch mit Oma und Opa.“ Zwar würde das Haus Wieneke auch Catering anbieten – das sei bisher aber nicht nachgefragt worden.

Stolzenhoff liefert zum Schulstart aus

Trotzdem gibt es auch Familien, die lieber zuhause essen wollen – so empfindet man es zumindest beim Caterer Stolzenhoff. „Wir haben in diesem Jahr mehr Catering-Anfragen als in vergangenen Jahren“, erzählt Senior-Chef Helmut Stolzenhoff. 40 Anfragen gebe es bisher für den Schulstart. „In der Regel bestellen die Leute dabei warmes und gemischtes Buffet für zehn bis 20 Leute.“ Allerdings macht Stolzenhoff nicht nur Corona als Grund für die gestiegene Nachfrage aus, sondern glaubt auch mit Regionalität und Transparenz punkten zu können. Trotzdem dürfte das Virus großen Anteil an der Entwicklung haben.

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