Ein Kommen, Bleiben und vielleicht ein Gehen in der Lüner Innenstadt

rnGeschäfte in Lünen

Es tut sich was in der Innenstadt - zumindest ein wenig: Ein Geschäft zieht um, ein anderes bleibt wohl bis auf weiteres leer, und ein drittes muss, wie es aussieht, doch nicht schließen.

von Kristina Gerstenmaier

lünen

, 23.02.2019, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Geschäft „G & C Mode und Änderungsschneiderei“ wird bis Ende Februar seinen Standort wechseln. Von der Cappenberger Straße 1 geht es etwa 200 Meter weiter in Richtung Süden, an die Haltestelle Persiluhr in der Engelstraße 1. „Wir verkleinern uns ein wenig und betreiben nur noch die Änderungsschneiderei weiter“, erzählt Mit-Inhaberin Cigdem Güler.

Der Grund: „Mode zu verkaufen hat zu wenig eingebracht“, so Cigdem Güler. Mehr rechne sich die Schneiderei. „Wir sind hier einfach zu sehr außerhalb der Innenstadt. Bis die Leute hier ankommen, haben sie schon längst alles gefunden, was sie an Kleidung brauchen.“

Im neuen Lokal in der Engelstraße werkelt Ehemann Alisan dieser Tage fleißig an der Inneneinrichtung. Dutzende Garnrollen zieren bereits die Wände. Sobald alles fertig ist, soll der Umzug über die Bühne gehen. Im Umziehen ist das Paar bereits geübt: Erst 2015 hatte es seinen Laden in der Münsterstraße 20 aufgegeben.

Ein Kommen, Bleiben und vielleicht ein Gehen in der Lüner Innenstadt

„G&C Mode und Änderungsschneiderei“ zieht bis Ende Februar 2019 von der Cappenberger Straße in die Engelstraße. © Gerstenmaier

Keine Bewegung an der Münsterstraße

An anderer Stelle waren die Handwerker zwar fleißig, doch ob sich die Arbeit gelohnt hat, steht noch in den Sternen: Das kleine Ladenlokal in der Münsterstraße 9 war laut Hausverwaltung Robbe bereit für einen neuen Mieter. „Meda Küchen“ war mit der Küchenausstellung schon ausgezogen - „eine Kooperation, die bestand, um die Räume zwischenzeitlich aufzuwerten“, wie es seitens der Hausverwaltung heißt.

Mehr noch: Sogar der Vertrag, der ein mehrjähriges Mietverhältnis mit einem Einzelhändler aus der Fitness-Branche regelt, sei bereits unterschrieben. „Letztlich kann sich dieser aber nicht mit seinen Partnern einigen“, berichtet Hausverwalter Tobias Robbe.

Der Inhaber des Lokals, der seinen Namen nicht nennen möchte, merkte im Gespräch mit unserer Redaktion ebenfalls an, dass es ohnehin schwierig sei, in dieser Lage Gewerbe zu vermieten: „Auf der einen Seite ist die Grundsteuer sehr hoch, auf der anderen die Pachterträge recht niedrig.“ Er wünsche sich mehr Entgegenkommen seitens der Stadt, „vor allem was Nutzungsvorschriften angeht“.

Im Moment sei die Nutzung für das Ladenlokal auf die Textilbranche beschränkt, woran zum Beispiel eine frühere Anfrage eines Wettbüros gescheitert sei. Das eröffnete dann zwei Häuser weiter. „Eine Änderung der Nutzungsvorschriften ist Verhandlungssache und für kleinere Eigentümer oft sehr kostspielig“, so der Eigentümer.

„Einschränkung wäre ungewöhnlich“

Bei der Stadt Lünen zeigt man sich verwundert: „In diesem Bereich gibt es laut Bebauungsplan keine Beschränkungen hinsichtlich des Gewerbes“, teilte Sprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit. „Eine Einschränkung der Nutzung auf ein bestimmtes Sortiment ist möglich, wäre aber in der Innenstadt auch eher ungewöhnlich.“

Richtig sei, dass an einigen Stellen in der Stadt durch eine Regelung zu Vergnügungsstätten bestimmte Arten von Spielhallen und Wettbüros nicht erlaubt sind. „Das betrifft aber ebenfalls nicht diesen Teil der Münsterstraße“, so Spangardt. Aus Sicht der Stadt könne die Ablehnung einer gewissen Art von Gewerbe natürlich auch privatrechtliche Hintergründe haben: „Letztlich kann der Eigentümer der Immobilie entscheiden, wen er in seinem Haus haben will und wen nicht.“

Für die Münsterstraße 9 besteht nun zumindest der Vertrag mit dem Fitness-Einzelhändler. Bleibt abzuwarten, was sich daraus entwickelt.

„Delook“ gibt es noch

An einem anderem Standort könnte ebenfalls alles bleiben, wie gehabt - nur bedeutet das in diesem Fall, dass es keinen neuen Leerstand gibt. Noch im Dezember berichteten wir, dass das Geschäft „Delook“ auf der Langen Straße, das spanische Mode anbietet, schließen und Mitte Januar ausgezogen sein wird.

Jetzt, mehrere Wochen später, hängen noch immer die „Wir schließen“-Plakate im Schaufenster, während der Betrieb munter weiterläuft. Sie wisse auch nicht, wann sie rausgehen, sagte uns eine Mitarbeiterin. Wahrscheinlich bleibe das Geschäft auch drin - es habe sich da noch etwas ergeben. Der Betreiber des Ladens selbst war für unsere Redaktion nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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